«Wir geben der Jugend eine Stimme». Unter diesem Motto hat eine Gruppe von Solothurner Jugendlichen die Gründung eines kantonalen Jugendparlaments an die Hand genommen. Präsidentin des Vereins «Jugendparlament Kanton Solothurn» ist die 19-jährige KV-Angestellte Nadja Stampfli aus Grenchen. Zusammen mit sechs anderen Jugendlichen im Alter von 16 und 19 Jahren, die den Vorstand des Vereins bilden, soll eine Jugend-Plattform für den Austausch und die Bildung der politischen Meinung entstehen.

Ein motiviertes Kernteam

Die Idee der Gründung eines Jugendparlaments in der Region Solothurn ist nicht neu. Bereits vor drei Jahren gründete eine Gruppe von Jugendlichen das «Jugendparlament Region Solothurn», das aber letztes Jahr aufgrund mangelnder Mitglieder aufgelöst wurde. Diesmal, mit einem motivierten Kernteam, hervorgegangen aus dem diesjährigen kantonalen Jugendpolittag, soll es klappen.

Als Jonas Hirschi vom Dachverband Schweizer Jugendparlamente (DSJ) am diesjährigen Jugendpolittag im November über die Möglichkeit der Gründung eines Jugendparlaments informierte, beschlossen die Jugendlichen, die Ärmel hochzukrempeln. So fand bereits am Wochenende nach dem Jugendpolittag die Gründungssitzung statt. «Erwachsene Politiker fällen oft Entscheidungen, mit denen in erster Linie wir Jugendlichen leben müssen», moniert Nadja Stampfli. «Mit einem kantonalen Jugendparlament wollen wir uns bei den erwachsenen Politikern endlich Gehör verschaffen und ernst genommen werden.»

Alle zwei Jahre finden Wahlen statt

Beim aktuellen Aufbauprozess können die Jugendlichen auf die Unterstützung des Dachverbandes Schweizer Jugendparlamente und von der Jugendförderung Solothurn, die die Räumlichkeiten für die Sitzungen zur Verfügung stellt. Seit der Gründung haben sich die Jugendlichen zwei Mal getroffen. «Der aktuelle Prozess nimmt ziemlich viel Zeit in Anspruch», sagt Präsidentin Nadja Stampfli. «Aber es ist wichtig, dass das Parlament ein gutes und stabiles Fundament hat», so die 19-Jährige.

Vom Aufbau des zukünftigen Parlaments hat die Gruppe klare Vorstellungen. «Jede Region soll fair vertreten sein», sagt Stampfli. Vorbild sei da die Proporzaufteilung des Kantonrats. Zudem sollen aus der idealen Wunschzahl von 40 Mitgliedern vier Kleingruppen entstehen, die sich auch selbstständig treffen können. Jedes zweite Jahr sollen die Jungparlamentarier in einer Generalversammlung neu gewählt werden. «Toll wäre es, wenn immer wieder neue Gesichter einen Sitz erhalten», sagt Vorstandsmitglied Jana Indelicato. Zwei Mal im Jahr sollen die Jungparlamentarier in einer grossen Session ihre politischen Anliegen diskutieren. «Dabei wollen wir Sach- und nicht Parteipolitik betreiben», stellt Indelicato klar, die letztes Jahr auch an der Jugendsession in Bern mitdiskutierte.

Für 12- bis 25-jährige Jugendliche

Erste Priorität hat vorerst das Gewinnen von Mitgliedern. «Bevor wir aber eine Werbekampagne starten können, muss zuerst noch das Logo fertiggestaltet werden», meint Stampfli. Voraussichtlich Mitte Februar werde dann der Kampf um die 12- bis 25-jährigen Mitgliedern mit Flyern, Plakaten und einer Social-Media-Kampagne beginnen. Im September 2014 soll die erste offizielle Session stattfinden «Das wird ein ganz spezielles Event», verrät die Präsidentin.

Am Jugendpolittag habe es auf die Gründungsidee seitens der meisten anwesenden Kantonsräte, so Stampfli, positive Reaktionen gegeben. Zu hören waren aber auch kritische Stimmen. So soll eine Parlamentarierin zuerst einmal Taten verlangt haben. Eine Aufforderung, die das Kernteam erst recht angespornt hat.