Kritik
Solothurner Zivilschutzverband soll aufgelöst werden

Weil der Verband der Solothurner Zivilschützer auch unter der neuen Leitung nicht auf Touren kommt, wird nun das Ende eingeläutet.

Samuel Thomi
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Zivilschutz im Kanton Solothurn: Wo solls künftig langgehen? Archiv

Zivilschutz im Kanton Solothurn: Wo solls künftig langgehen? Archiv

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Bereits vor Jahresfrist war die Unzufriedenheit unüberhörbar: Weil der Verband seinen Aufgaben nicht mehr nachkam, musste der Vorstand des Solothurnischen Zivilschutzverbandes (SOZSV) von den Mitgliedern harsche Kritik einstecken. Seither hat sich die Situation nicht etwa verbessert. Sondern das letzte Verbands-«Info» fiel sogar aus und die nächste Delegiertenversammlung musste der Vorstand eben um zwei Monate auf Ende Mai verschieben.

Was genau im Brief steht, den die Verbandsmitglieder Anfang Februar erhielten, will SOZSV-Präsident Willy Hafner gegenüber dieser Zeitung nicht verraten. Laut mehreren vorstandsnahen Quellen ist aber klar: Am 29. Mai wird über die Auflösung des Solothurnischen Zivilschutzverbandes abgestimmt.

Dachverband ist informiert

«Die Auflösung des Solothurnischen Zivilschutzverbandes würde ich natürlich sehr bedauern», sagt auf Anfrage Walter Müller. Doch der Präsident des Schweizerischen Zivilschutzverbandes und St. Galler FDP-Nationalrat ergänzt: «Bei uns können auch regionale Zivilschutzorganisationen Mitglied werden, um die Weiterbildungsangebote weiterhin nutzen zu können.» Diese Variante favorisieren würde etwa Markus Böhi, Kommandant der Zivilschutzorganisation Grenchen und Kritiker des Kantonalverbandes: «Die sehr guten Leistungen des Schweizerischen Zivilschutzverbandes möchten wir nämlich nicht missen.»

Zurück zu Solothurns Problemen: «Als Dachverband sind uns die Hände leider grösstenteils gebunden», so Walter Müller. «Allerdings erhielt ich wegen der jüngsten Probleme bis jetzt auch noch keine offizielle Anfrage.» Dass er dennoch im Bild ist, hängt damit zusammen, dass der Oltner Zivilschutzkommandant Franco Giori Vizepräsident des Dachverbands ist.

Zu viel Geschirr zerschlagen

Vor zwei Jahren, als letztmals die Fetzen flogen zwischen SOZSV und Kanton, wurde Walter Müller als Präsident des Dachverbands noch als Vermittler zwischen dem Solothurnischen Zivilschutzverband und dem zuständigen Amt in der Kantonsverwaltung aufgeboten. Nun aber scheint zu viel Geschirr zerschlagen im Verband selbst. Sodass nicht einmal der Vorstand noch richtig an die Zukunft des Solothurnischen Zivilschutzverbands glaubt.

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