Geht es nach den Solothurner Jungfreisinnigen, dann soll in der ganzen Schweiz Cannabis legalisiert werden. Gemeinsam mit BDP-Kantonsrat Markus Dietschi lancieren die Solothurner Jungliberalen nämlich einen Volksauftrag. Mit diesem wollen sie erreichen, dass der Kanton Solothurn per Standesinitiative in Bundesbern vorstellig wird und dort fordert, den Anbau, Handel, Besitz, Konsum von Cannabis zu legalisieren und analog zum Alkohol zu regulieren. Die Pflanze habe ein «enormes Potential», heisst es in einer Medienmitteilung der Jungfreisinnigen dazu. «Diese Pflanze wird heute zu Unrecht verteufelt. Die Kriminalisierung von Cannabis-Konsumenten ist absolut unverhältnismässig im Vergleich zum Konsum von alkoholischen Substanzen.»

Kürzlich hatte BDP-Kantonsrat Dietschi das Thema in einem viel beachteten Vorstoss im Kantonsparlament thematisiert. Nach einem Treffen mit Dietschi habe man sich in der FDP-Jungpartei entschieden, den Volksauftrag zu lancieren, so Philipp Eng, Erstunterzeichner und Präsident der Jungfreisinnigen Kanton Solothurn. «Es ist an der Zeit, dass der Gesetzgeber nicht länger die Augen vor diesem wichtigen Thema verschliesst, das Potential von Cannabis im Gesundheitswesen, der Industrie und der Landwirtschaft erkennt, den Schwarzmarkt austrocknet, die Präventionsarbeit verbessert und dem Bürger die Eigenverantwortung überträgt, welche er auch beim Alkohol durchaus im Stande ist wahrzunehmen.» Das heutige Verbot sei «nicht zeitgemäss» und entspreche «nicht dem breiten Bedürfnis in der Gesellschaft». 

Damit ein Volksauftrag zustande kommt, braucht es 100 Unterschriften. Dann entscheidet das Kantonsparlament, ob der Auftrag umgesetzt und die Standesinitiative in Bern deponiert wird oder nicht.