In der nächsten Kantonsratssession wird ein Vorstoss Beat Künzli (SVP, Laupersdorf) behandelt, der «weniger schulische Überprüfungen, Tests und Checks» an den 8. bzw. 9. Klassen fordert. Das Fuder sei mit der «masslosen Prüferei überladen», kritisiert Künzli. Bei einigen der Tests stelle sich die Frage nach dem Nutzen: «Grossangelegte und mit Doppelspurigkeiten versehene, hochwissenschaftliche und kostspielige Überprüfungen darf es nicht mehr geben.» Der Solothurnische Gewerbeverband und auch die Solothurner Handelskammer räumen zwar in einer Stellungnahme ein, dass der finanzielle und personelle Aufwand so klein wie möglich zu halten sei. Unterstützt wird auch die Forderung nach Reduktionen im Bereich Überprüfung der Grundkompetenzen.

Das «Aber» folgt allerdings sogleich: «Für die Wirtschaft sind jedoch Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in der Schule von grösster Bedeutung. Die Checks – vor allem, aber nicht nur S2 und S3 – sind dabei wichtige Instrumente.» Aus Sicht der Wirtschaft seien die Grundkompetenzen Mathematik, Naturwissenschaften und Deutsch zentral. «Damit sind alle Checks, sowohl P3, P6 sowie auch S2 und S3 wichtig. Sie geben Eltern, Lehrpersonen, Schülern, sowie Schulleitungen überhaupt erst eine Benchmark-Möglichkeit und bilden damit die Grundlage für Optimierungen.»

Die Checks seien von der Wirtschaft gefordert worden. Ende Mai sei an einer Tagung der Wirtschaftsverbände der Nordwestschweiz mit den zuständigen Bildungsdirektoren ausdrücklich festgehalten worden, «dass insbesondere die Checks S2 und S3 weitergeführt werden müssen». Letzterer sei ein wichtiger Mosaikstein zur Auswahl von künftigen Lernenden.

Schule Breitenbach unter Druck

Am Montag hatte die bz publik gemacht, dass der Kanton Solothurn der Sekundarschule Thierstein West in Breitenbach sogar rechtliche Schritte und eine Kürzung der Staatsbeiträge angedroht hat, sollte diese an ihrem Entschluss festhalten, die Leistungs-Checks S2 und S3 abzuschaffen und durch die Leistungstests Stellwerk 8 und 9 zu ersetzen. In einer Stellungnahme wies das Amt für Volksschulen die Verantwortlichen der Breitenbacher Schule an, die betroffenen Klassen umgehend für die Checks anzumelden. Die Schulbehörden beugten sich «zähneknirschend» dem Druck.

Gegenüber der bz beteuerte Andreas Walter, der Chef des Solothurner Amts für Volksschulen: «Es ist darum gegangen, den rechtlichen Zustand wieder herzustellen.» Der Check S3 sei Bestandteil des gesetzlich vorgeschriebenen Abschlusszertifikats. (szr)