Konjunktur
Solothurner Wirtschaft startet schwach ins 2015

Im ersten Quartal 2015 ist die Solothurner Wirtschaftsleistung geschrumpft. Der starke Franken drückt auf die Exporte.

Franz Schaible
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Den Hauptgrund für den schwachen Jahresauftakt wird in der abgeschwächten Auslandnachfrage geordet - eine direkte Folge der Aufhebung der Wechselkursuntergrenze gegenüber dem Euro von Mitte Januar.

Den Hauptgrund für den schwachen Jahresauftakt wird in der abgeschwächten Auslandnachfrage geordet - eine direkte Folge der Aufhebung der Wechselkursuntergrenze gegenüber dem Euro von Mitte Januar.

Keystone

«Wir steigern das Bruttosozialprodukt, jetzt wird wieder in die Hände gespuckt» – die Aufforderung im Song der deutschen Band «Geier Sturzflug» ist brandaktuell und dringend nötig. Denn schweizweit ist die Wirtschaftsleistung in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent gesunken – das erste Mal seit Herbst 2011. Dies gab das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Freitag bekannt.

Für den Kanton Solothurn liegt die Entwicklung noch nicht vor. Aber der Rückgang dürfte im Solothurnischen noch stärker ausgefallen sein, wie Christian Hunziker, Projektleiter bei der Solothurner Handelskammer auf Anfrage erklärt. Ein Indiz ist der Vergleich der Wirtschaftsleistung der ersten drei Monate 2015 zum ersten Quartal 2014. «Die Solothurner Wirtschaft ist schwach gestartet», sagt Hunziker. Denn es habe nur noch eine leichte Steigerung von 0,4 Prozent resultiert. Das sei deutlich unterdurchschnittlich. Schweizweit betrug das Wachstum nämlich 1,1 Prozent.

Deutlich weniger Exporte

Den Hauptgrund für den schwachen Jahresauftakt ortet Hunziker in der abgeschwächten Auslandnachfrage. Und dies sei eine direkte Folge der Aufhebung der Wechselkursuntergrenze gegenüber dem Euro von Mitte Januar. Die wertmässigen Warenexporte aus dem Kanton Solothurn sind im ersten Quartal 2015 gegenüber dem Vorjahresquartal um insgesamt 3,1 Prozent gesunken.

Die drei wichtigsten Exportindustrien hätten sich sehr unterschiedlich entwickelt. Während die Ausfuhren der Warengruppe «Präzisionsinstrumente, Uhren und Bijouterie» um 2,8 Prozent und jene der Metallindustrie um 0,7 Prozent zugelegt hätten, habe die Maschinenindustrie einen herben Dämpfer hinnehmen müssen. Die Exporte der Warengruppe «Maschinen, Apparate, Elektronik» gingen um 10,3 Prozent zurück.

Die Entwicklung für das ganze Jahr 2015 sei angesichts vieler Unsicherheiten schwierig einzuschätzen. Hunziker: «Wir rechnen mit einer Stagnation der Wirtschaftsleistung.» Landesweit erwarten Konjunkturexperten ein leichtes Plus von rund 0,5 Prozent.