Die Initiative für eine öffentliche Krankenkasse ist im Kanton Solothurn in allen Bezirken und Gemeinden abgelehnt worden. Im Kantonstotal erhielt sie 38,2 Prozent Ja-Stimmen – fast identisch mit dem landesweiten Anteil von 38,1 Prozent. Die Ergebnisse zeigen ein West-Ost-Gefälle: Im oberen Kantonsteil (Solothurn-Lebern und Bucheggberg-Wasseramt) kletterte der Ja-Anteil über 40 Prozent, im unteren Kantonsteil und im Schwarzbubenland betrug er etwa 35 Prozent.

In allen drei Städten gab es mehr als 40 Prozent Ja-Stimmen: In Solothurn 45,5 Prozent, in Olten 42,3 Prozent und in Grenchen 41 Prozent. Auf der andern Seite steht eine Reihe kleiner, ländlicher Gemeinden mit besonders tiefen Ja-Anteilen: Rohr (Bezirk Gösgen) 15,4 Prozent, Beinwil (Thierstein) 18,3 Prozent, Büren (Dorneck) 19,3 Prozent, Eppenberg-Wöschnau (Olten) 20 Prozent; auch die Leberberger Steuerparadiese Kammersrohr (18,8 Prozent) und Feldbrunnen (25,7 Prozent) waren der Einheitskasse gar nicht gewogen.

Andererseits gab es auch kleine Gemeinden mit ausgesprochen hohen Ja-Anteilen, so etwa Horriwil (Wasseramt) mit der Rekordmarke von 49,7 Prozent Ja, Rodersdorf (Dorneck) mit 46,4 Prozent, Herbetswil (Thal) mit 45,6 Prozent), Fulenbach (Olten) mit 43,1 Prozent oder Wisen (Gösgen) mit 42,7 Prozent. Diese Beispiele heben sich von ihrer regionalen Umgebung ab.

Abfuhr für Gastro-Initiative

Einheitlich verworfen wurde im Kanton Solothurn die Initiative «Schluss mit der Mehrwertsteuer-Diskriminierung des Gastgewerbes». Kantonsweit erreichte sie 30,8 Prozent Ja-Stimmen – nur wenig mehr als die gesamtschweizerischen 28,5 Prozent. Die Bezirksresultate bewegen sich in einer engen Spanne zwischen 26,2 Prozent (Dorneck) und 33,3 Prozent (Thierstein).

Die Gemeinderesultate zeigen keine auffälligen Abweichungen; die Extremwerte stammen aus wenig repräsentativen Kleingemeinden. Am meisten Ja gab es in Gänsbrunnen (47,1 Prozent) und Bärschwil (42,6 Prozent), am wenigsten in Kammersrohr (6,25 Prozent – was genau 1 Stimme entspricht).