Solothurner Verwaltungsgericht
Isolation wird nicht aufgehoben – auch nicht für Besuch der Tochter im Spital

Die Regeln sind klar: Wer positiv auf Corona getestet wurde oder in engem Kontakt mit einer erkrankten Person stand, muss in Isolation. Diese Regeln kann auch das Verwaltungsgericht im Falle einer erkrankten Mutter, die bei ihrer Tochter im Spital sein will, nicht ändern.

Noëlle Karpf
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Die Tochter der an Corona erkrankten Frau befand sich zum Zeitpunkt des Urteils im Bieler Kinderspital (Symbolbild).

Die Tochter der an Corona erkrankten Frau befand sich zum Zeitpunkt des Urteils im Bieler Kinderspital (Symbolbild).

Stefan Kaiser

Wer positiv auf das Coronavirus getestet wird, muss in Isolation. Wer Kontakt mit einer erkrankten Person hatte – oder vielleicht Ferien in einem Risikoland gemacht hat –, muss in Quarantäne. Normalerweise dauert es zehn Tage, bis man die eigenen vier Wände wieder verlassen darf. Die Regeln sind klar – Ausnahmen gibt es keine. Das zeigt auch ein kürzlich veröffentlichtes Urteil des Solothurner Verwaltungsgerichts.

Bis zum 16. August wurde einer Frau aus dem Kanton Solothurn Isolation verordnet. Am 12. August reichte die Frau Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein – per E-Mail, «da es einer Person in Isolation kaum möglich ist, per Post eine Beschwerde einzureichen». Der Grund: Sie wollte, dass die Isolation zumindest unterbrochen wird. Damit sie zu ihrer Tochter kann, die im Kinderspital in Biel liege. Von einem Bild der intubierten Tochter ist im Urteil die Rede, laut Aussagen der Mutter geht es dieser sehr schlecht.

Laut Urteil hat der Rechtsdienst des Departements angegeben, man wäre bereit, den «Isolationsort der Beschwerdeführerin von ihrem Wohnort ins Kinderspital zu verschieben». Diese gab daraufhin an, dass das von Seiten des Kinderspitals nicht gehe.

Und weiter war da offenbar nichts zu machen: Die zuständige kantonale Behörde – hier der Kantonsarzt für das Departement des Innern – ordnet im Falle einer Covid-Erkrankung oder Ansteckung eine zehntägige Isolation an. So steht es in der «Verordnung über Massnahmen in der besonderen Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie».

Laut Gericht ist es unbestritten, dass die Mutter an Covid erkrankt ist. Die zehntägige Isolation dürfe lediglich für die Durchführung eines Covid-Tests oder eines Arztbesuchs unterbrochen werden.

«Auch wenn die Situation der Beschwerdeführerin höchst verständlich ist, kann die Isolation für den Besuch der Tochter im Spital nicht aufgehoben oder unterbrochen werden, da nicht riskiert werden kann, dass die erkrankte Beschwerdeführerin im Spital oder auf dem Weg dorthin weitere Personen mit dem Virus infiziert.»

Damit wird die Beschwerde abgewiesen. Immerhin ist die zehntägige Isolation am 16. August zu Ende gegangen – theoretisch. Eine Isolation wird frühestens nach zehn Tagen aufgehoben, «wenn die abgesonderte Person entweder seit mindestens 48 Stunden symptomfrei ist; oder zwar weiterhin Symptome aufweist, diese aber derart sind, dass die Aufrechterhaltung der Absonderung nicht mehr gerechtfertigt ist». Ist das nicht der Fall, dauert das Ganze länger. Wie das im Falle der Mutter der Tochter im Spital ist, lässt sich anhand des Urteils nicht sagen.

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