Letzte Woche habe Willy Pfund «aus persönlichen Gründen seinen sofortigen Rücktritt von allen Ämtern bei Pro Tell» eingereicht, heisst es in einer Mitteilung des «Vereins für ein freiheitliches Waffenrecht».

Der heute 77-jährige Dornacher war seit 2002 Präsident. Bis zur Ersatzwahl im Frühling 2017 ist das Amt interimistisch besetzt.

Offenbar ist Pfunds Abgang nicht in gutem Einvernehmen erfolgt. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtete, habe der Dornacher in einer Mail einen Vorstandsentscheid von Ende August kritisiert. Laut diesem sei Pfund, «wegen autokratischem Führungsstil und mangelnder Kommunikation» per sofort suspendiert. Pfund bezeichnet das Vorgehen als «Putsch, statutenwidrig und respektlos».

Kursstreit in der Waffenlobby?

Gegenüber dem Zürcher Blatt führt Pfund aus, dass er sich gegen Kreise innerhalb von Pro Tell gewehrt habe. Diese hätten eine noch weitergehende Liberalisierung des Waffenrechts gefordert, während er sich für das politisch Machbare eingesetzt habe. Der Eklat offenbart somit einen veritablen Kursstreit innerhalb der Waffenlobby.

Pfund, der von 1983 bis 1987 für die FDP im Nationalrat sass, hat Erfahrungen mit «Putschs»: Als der machtbewusste Kantonalparteipräsident nach einem Sitz im Regierungsrat greifen wollte, machte das Wahlvolk dem Schwarzbuben einen Strich durch die Rechnung: Statt Willy Pfund zog 1988 die «wild» angetretene Freisinnige Cornelia Füeg in die Regierung ein – als erste Frau in der Kantonsgeschichte.

Darauf kehrte Pfund, damals beruflich als Spitaldirektor in Basel tätig, der Politik verbittert den Rücken. (ldu/szr)