Der Treuhänder und dessen deutsche Geschäftspartnerin waren im letzten Januar vom Amtsgericht Solothurn-Lebern unter anderem des gewerbsmässigen Betrugs, der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung und der Geldwäscherei schuldig gesprochen worden. Der Mann kassierte eine Freiheitsstrafe von vier, die Frau eine solche von fünfeinhalb Jahren (wir berichteten).

Wie Pascal Haussener, Gerichtsschreiber in Strafsachen beim Obergericht, auf Anfrage erklärte, haben beide Beschuldigten Berufung eingelegt. Dies quittierte die Staatsanwaltschaft prompt mit einer Anschlussberufung, um sich so alle Optionen offenzuhalten. Gleiches taten gemäss Haussener aber auch etliche der rund 100 Geschädigten, die als Privatkläger auftreten.

Das Obergericht hatte den Privatklägern die Gerichtsurkunde bereits im August direkt zugestellt. Da zwei von diesen nicht erreichbar waren, musste die Verfügung nun im Amtsblatt offiziell publiziert werden, samt den vollen Namen der Beschuldigten und der Geschädigten. Ebenso hatte im Juli schon das erstinstanzliche Urteil im Amtsblatt publiziert werden müssen, da viele der aus aus ganz Europa und Übersee stammenden Geschädigte nicht erreichbar gewesen waren.

Zu klarem Schluss gekommen

Das Amtsgericht war im Januar zu einem klaren Schluss gekommen: In einem «klassischen Umlageverfahren» hätten der Treuhänder und die Deutsche über ihre Firmen Capitaltrend Holding AG und B.E. Creativ Service AG rund 34 Mio. Franken von über 100 Anlegern zweckentfremdet und zu einem grossen Teil in die eigenen Taschen fliessen lassen (es gilt die Unschuldsvermutung).