Austritt

Solothurner Transpörtler wenden sich vom Gewerbeverband ab

Astag-Präsident Christian Imark will mit seiner Sektion nicht mehr dem Gewerbeverband angehören.

Astag-Präsident Christian Imark will mit seiner Sektion nicht mehr dem Gewerbeverband angehören.

Die Sektion Solothurn des Nutzfahrzeugverbands (Astag) hat beschlossen, aus dem Kantonal-Solothurnischen Gewerbeverband auszutreten. Vordergründig geht es um die Berufsbildung.

Der Beschluss war einstimmig und der Antrag dafür kam aus der Mitte der Versammlung. An seiner letzten GV beschloss die Solothurner Sektion des Nutzfahrzeugverbands den Austritt aus dem Gewerbeverband (kgv). Und zwar per Ende des laufenden Jahres.
Was steckt hinter dieser eigentümlich anmutenden Abkehr? Sektionspräsident Christian Imark bestätigt den Sachverhalt. Ein möglicher Austritt sei schon länger ein Thema gewesen. Als wesentlichen Grund für die Weichenstellung führt Imark die Berufsbildung an. Die Synergien mit dem kgvin diesem Bereich seien heute «nicht mehr vorhanden», sagt er auf Anfrage. Deshalb sei auch der Nutzen der Mitgliedschaft der Astag nicht mehr gleich gross. Zudem sei die Sektion heute administrativ stärker als noch vor ein paar Jahren an die nationale Verbandsorganisation angebunden. Und politisch schliesslich vertrete die Sektion ihre Interessen ohnehin primär innerhalb der IG Strasse Solothurn. 

Doch das ist nur die eine Seite. Die andere: Aus Mitgliederkreisen ist zu hören, dass die mit der Verbandsmitgliedschaft der Astag beim Gewerbeverband verbundene Zwangsmitgliedschaft der einzelnen Unternehmen beim kgv zunehmend auf Widerstand gestossen sei. Dies bestätigt Imark dieser Zeitung gegenüber – und verweist auf Gespräche, die mit dem KGV in der Sache geführt wurden. Allerdings ohne das erwünschte Ergebnis. Der Gewerbeverband wollte keine Ausnahmeregelung für die Astag. Und dies mit gutem Grund, wie kgv-Geschäftsführer Andreas Gasche sagt. «Wenn wir vom geltenden Prinzip der Verbands- und Einzelmitgliedschaft abweichen, haben wir am Schluss nur noch Ausnahmesituationen.» So könne der Gewerbeverband – auch finanziell – seine Aufgaben für die zahlenden Mitglieder nicht wahrnehmen. Ganz abgesehen davon habe der kgv bei der Astag, im Gegensatz zu anderen Verbänden, das Inkasso der Mitgliederbeiträge selber durchgeführt. Was für sich genommen ebenfalls eine spezielle Konstellation sei.

Trotzdem: «Natürlich bin ich nicht glücklich über den Austritt der Astag», gesteht Gasche ein. Auf der einen Seite dürften Mitgliederbeiträge von gegen 10 000 Franken wegfallen, auf der anderen Seite verabschiedet sich eine wichtige Branche aus dem kgv. Immerhin: Sowohl Astag-Präsident Imark als auch kgv-Geschäftsführer Gasche gehen davon aus, dass es auch weiterhin Nutzfahrzeugverbands-Mitglieder beim Gewerbeverband geben wird. Und zwar über Mitgliedschaften bei kommunalen Gewerbevereinen.

Ein Gerücht schliesslich, das in Politkreisen die Runde macht, dementiert SVP-Nationalrat Imark vehement. Zwischen der absehbaren Wahl von Parteikollege Christian Werner ins Gewerbepräsidium und dem Verbandsaustritt gebe es «keinen Zusammenhang». Es ist zwar ein offenes Geheimnis, dass Imark und Werner das Heu nicht immer auf der gleichen Bühne haben, im vorliegenden Fall sei es aber gar so gewesen, dass die Astag ihren Beschluss gefasst habe, bevor die Weichenstellung im kgv bekannt gewesen sei.

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