Bombenwetter
Solothurner strömen in Scharen in die Badi – Bademeister sind rundum «sehr zufrieden»

Angesichts der hohen Temperaturen sucht alles nach Abkühlung am Wasser. Wie ist die Saison für die Freibäder im Kanton Solothurn angelaufen? Über zu wenige Besucher kann sich kein Bademeister beklagen.

Lea Durrer, Natalie Joray und Tobias Schalk
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Vorletzte Woche war die Oltner Badi sehr gut besucht.
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Die Badi Balsthal mit Sprudelbecken
In der Badi Balsthal gibt es auch eine «Speed»-Rutsche
In der Badi Messen hat es viel Schatten
Badis Kanton Solothurn
Im Strandbad Burgäschi kann man das kühle Seewasser geniessen.
Viel Schatten hat es auch beim Strandbad am Burgäschisee.
Das Freibad in Zuchwil.

Vorletzte Woche war die Oltner Badi sehr gut besucht.

Bruno Kissling

Temperaturen von gegen 35 Grad Celsius, dicke Luft und schwitzende Menschen allenthalben: Der Hochsommer hat sich in den letzten Tagen definitiv zum Dienst gemeldet. Da kommt jede Erfrischung recht. Beliebtes Ziel dafür ist die lokale Badi oder das nächste offene Gewässer. Wir haben uns in der Region umgehört, wie die Saison bisher gelaufen ist.

Olten: «Da geht mir als Bademeister das Herz auf»

Das schöne und heisse Wetter lässt das Geschäft in der Oltner Badi brummen, wo Thomas Müller als Chef-Badmeister amtet. Er lässt verlauten: «Wir haben bombige Tage hinter uns». So seien am Mittwoch exakt 3237 Eintritte verzeichnet worden, womit aber der Spitzenwert im bisherigen Saisonverlauf von über 4500 Gästen bei weitem noch nicht geknackt wurde. Auch die weiteren Tage seien ausserordentlich gut besucht gewesen. «Wenn der Sommer so weiter geht, geht mir als Bademeister das Herz auf», meint er im Blick auf insgesamt bereits über 60'000 verzeichnete Eintritte. Damit läge die Badi beinahe doppelt so gut im Rennen wie noch im Vorjahr zu selben Zeit. Den Rekordwert von anno 2003 als 212'000 Gäste die Oltner Badi besuchten, läge wohl aber ausser Reichweite meint er mit einem Schmunzeln.

Nichtsdestotrotz hofft er weiterhin auf gutes Wetter, denn nur so strömten die Leute in Scharen ins Freibad. Zumal es für ihn nicht genug sein kann: «Am liebsten sehe ich es, wenn ich auf die grosse Liegewiese schaue und dort ob der vielen Gäste kein Gras mehr erkennen kann», meint er nicht ganz bierernst, im Wissen darum, dass es spätestens ab 6000 Besuchern eng wird. Was die Sicherheit anbelangt, sei bisher alles im Rahmen verlaufen, abgesehen von kleineren medizinischen Notfällen wie Wespenstichen.

Solothurn: «Ich bin sehr zufrieden»

Auch in Solothurn ist Chefbademeister Pascal Prétôt «sehr zufrieden mit diesem Jahr». Bis am Donnerstagabend wurden im Freibad um die 54'000 Besucher gezählt. Dies sind bereits ein Drittel der Badigäste vom letzten Jahr. «Wir geben Vollgas!»

Die Saison ist in der Ambassadorenstadt also bestens angelaufen. Vor allem der Mai sei super gewesen. «Ich muss lange zurückschauen, um ähnliche Zahlen zu finden», so Prétôt.

In der laufenden Saison ist der Sonntag, 11.Juni, als Spitzentag in die Bücher eingegangen. 4374 Gäste genossen damals die Sonne in der Badi Solothurn. Durchschnittlich wurden bisher um die 1800 Gäste pro Tag gezählt.

Perfektes Badiwetter bedeutet für den Chefbademeister: «Lang heiss und dann zwischendurch ein Gewitter.» Dies gebe den Bademeistern auch die Zeit zum Putzen und erledigen von liegengebliebenen Arbeiten.

Messen: «Als Bademeister muss ich immer bereit sein»

«Eine wunderschöne, warme Badisaison» ist es im Schwimmbad Messen. Betriebsleiter Thomas Siegenthaler schätzt die bisherigen Besucherzahlen auf etwa 15‘000 bis 16‘000 Eintritte. In einer durchschnittlichen Saison wären es etwa 10‘000 Besucher bis jetzt, so Siegenthaler. Dass es jetzt wieder kälter wird, macht nichts: «Wir werden sicher weniger Gäste haben, Angst haben wir aber nicht.» Mehraufwand durch die vielen Besucher gäbe es nicht, so Siegenthaler: «Man muss einfach immer bereit sein als Badmeister.»

Burgäschi: «Diese Saison ist bedeutend besser als letztes Jahr»

Auch beim Seebad Burgäschi kann man sich über das gute Wetter freuen. «Diese Saison ist bedeutend besser als letztes Jahr», erzählt Christine Lauper, Zahlen kann sie aber nicht nennen. Momentan ist der Burgäschisee 25 bis 26 Grad Celsius warm. «Er wird sicher nur noch wärmer.»

Zuchwil: Letztes Jahr war «der schlechteste Juni aller Zeiten»

Nach dem «schlechtesten Juni aller Zeiten» im letzten Jahr freut man sich beim Sportzentrum Zuchwil über einen sehr guten Juni dieses Jahr. Schon 16‘000 Gäste hatte das Freibad. Zum Vergleich: Letztes Jahr waren es 3‘000 im Mai und Juli, durchschnittlich sind es etwa 9‘000, schätzt Sportchef Marcel Sigenthaler. Da das Sportzentrum auch ein beheiztes Hallenbad hat, wirke sich das schlechte Wetter nicht sehr auf die Verkaufszahlen aus, so Siegenthaler.

«In der Badisaison gibt es im Durchschnitt maximal 5 Wochen gutes Wetter zwischen Mai und September», erklärt Siegenthaler, «die haben wir jetzt knapp.» Dass die gesamte Saison 2017 ausserordentlich gut wird, kann aber noch nicht gesagt werden. Denn: die Sommerferien stehen noch an. «Falls es dann noch schlechtes Wetter gibt, würden wir es schon negativ merken.» Ein überdurchschnittlicher Anfang war es aber sicher.

Einen bedeutender Mehraufwand wegen dem heissen Wetter gibt es nicht, so Siegenthaler. Den Becken muss aber mit mehr Frischwasser zugeführt werden. Und: «Für die Bademeister ist es sicher nicht einfach, den ganzen Tag bei dieser Hitze draussen zu sein.»

Balsthal: «Alle Hände voll zu tun»

Beim Schwimmbad Moos in Balsthal treiben Schulklassen und erste Lagerdelegationen die Besucherzahl nach oben. So meint Badmeisterin Ursula Nufer: «Wir haben alle Hände voll zu tun». Konkret seien am Mittwoch als traditionell besucherstarker Tag über 1500 Eintritte verzeichnet worden. Den bisherigen Topwert stellten heuer bisher 2500 Gäste am Sonntag vor zwei Wochen dar. Über den derzeitigen Besucherstrom ist Nufer froh, denn der Mai sei nicht eben schön gewesen. Wenn es nun aber so weiter gehe, stehe einer guten Saison nichts im Weg. In Moos ist man besorgt genügend Leute zur Sicherheit aller einzusetzen.