Gewählt
Solothurner steht an der Spitze der europäischen Bahngewerkschaften

Der Solothurner Giorgio Tuti, Präsident der Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) wurde zum obersten europäischen Bahngewerkschafter gewählt. Tutis oberstes Ziel ist es, den sozialen Dialog in der Eisenbahnbranche wieder zu beleben.

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Giorgio Tuti ist in Gerlafingen aufgewachsen.

Giorgio Tuti ist in Gerlafingen aufgewachsen.

Hanspeter Bärtschi

Die Delegierten der Europäischen Transportarbeiterföderation wählten Giorgio Tuti am Donnerstag zum Präsidenten der ETF-Eisenbahnsektion. «Ich bin sehr glücklich über diese Wahl. Die europäischen Gewerkschaften haben mir ihr Vertrauen geschenkt und das freut mich ausserordentlich», wird der 53-Jährige in einer Mitteilung zitiert. Tuti stammt aus Italien, ist in Gerlafingen aufgewachsen und wohnt heute in Langendorf. Er hatte sich eine Kandidatur lange überlegt, wie er im Februar im Gespräch mit dieser Zeitung verriet.

Nach seinem Amtsantritt am ETF-Kongress in Barcelona vom 22. bis 26. Mai wird er die Leitung der Sektion übernehmen und die Verhandlungsdelegation der Arbeitnehmerseite im sozialen Dialog anführen. Er will alles daran setzen, diese ins Stocken geratene Verhandlungsplattform wieder in Schwung zu bringen. «Um zu verhindern, dass der Preis für die Liberalisierung und den Wettbewerb von den Arbeitnehmenden bezahlt wird, sind flankierende Schutzmassnahmen unabdingbar», sagt Tuti.

Die Sektion, welche er künftig präsidieren wird, besteht aus 83 Eisenbahngewerkschaften aus 37 europäischen Ländern mit rund 850'000 Beschäftigten. Als ihr Präsident ist Tuti nun der oberste Bahngewerkschafter Europas.

Sein Vorgänger, der Luxemburger Guy Greivelding, tritt altershalber zurück. Zur Wahl vorgeschlagen wurde Giorgio Tuti von der deutschsprachigen Ländergruppe der ETF und erhielt breite Unterstützung aus ganz Europa. Tuti will sein Mandat als SEV-Präsident nicht ablegen und wird am nächsten SEV-Kongress im Mai dieses Jahres erneut für das Präsidium kandidieren.

Giorgio Tuti wurde 2009 Präsident des SEV mit rund 41'000 Mitglieder. Seine gewerkschaftliche Laufbahn begann 1988 bei der damaligen Gewerkschaft Bau und Holz und führte ihn über verschiedene Gewerkschaften und Landesteile 1997 zum SEV. Nebst seinen Muttersprachen Deutsch und Italienisch spricht er auch Englisch und fliessend Französisch – ein klarer Vorteil, wenn er den sozialen Dialog in Europa stärken will. (mgt)

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