Angestelltentag
Solothurner Staatspersonal soll sich mit Humor vor Burnout schützen

Corinne Saner, Vize-Präsidentin des Solothurner Staatspersonalverbands, eröffnete am Mittwochabend mit ernsten Worten den 13. Angestelltentag. Burnout, ein Thema, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer, unter ihnen viele Lehrpersonen, interessiert.

Marina Stalder
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Die Referenten: Barbara Hochstrasser, Carolin Kriening sowie Bruno Widmer (v.l.).

Die Referenten: Barbara Hochstrasser, Carolin Kriening sowie Bruno Widmer (v.l.).

Hansjoerg Sahli

«Wir müssen uns dem Thema annehmen, denn ein Burnout kann jeden treffen.» Lehrpersonen gehören zu jenen Berufsgruppen, die oft von einem Burnout betroffen sind. Und sie werden dafür auch immer wieder belächelt. Ein Burnout sollte indes ernst genommen werden. Gemäss Gastrednerin Barbara Hochstrasser endet dieses nämlich oft in einer Depression.

Die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie klärte in ihrem Vortrag darüber auf, welche biologischen Komponenten im Falle eines Burnouts zum Tragen kommen. Solche akuten Stresssituationen können zudem zu einer Beeinträchtigung der Nervenzellen führen. Ein Patentrezept gegen Burnout gäbe es zwar nicht. Eine gute soziale Unterstützung helfe aber dabei, wenn jemand aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur und einem herausfordernden Arbeitsumfeld Burnout-gefährdet ist.

Schlaf und soziale Kontakte

Ebenso betonte die zweite Gastrednerin Carolin Kriening vom Institut für Arbeitsmedizin die Wichtigkeit der Prävention. Sie erklärte, dass diese sowohl individuell, als auch am Arbeitsplatz stattfinden muss. Ein gutes Selbstmanagement sei nötig und auch das Wissen um die eigenen Ressourcen. Eine zentrale Bedeutung habe auch die Entspannung.

Hochstrasser ergänzt: «Wir müssen unsere Arbeitszeit so einrichten, dass wir gesund leben können. Dies fängt mit genügend Schlaf an und beinhaltet auch ausreichend Zeit für soziale Kontakte.» Kriening sprach zudem Verhaltensweisen an, die oft unnötigen Stress bereiten würden. «Wir sind sehr gut darin, uns im Voraus über eine Situation zu ärgern, die noch gar nicht eingetreten ist. Das lässt Stress entstehen, der vielleicht gar nicht nötig wäre.»

Sie führte weiter aus, welche Faktoren am Arbeitsplatz stressmindernd sind. Unter anderem trage Wertschätzung zu einer höheren Zufriedenheit bei. «Es ist wichtig, dass wir einen Arbeitsplatz mit Führungspersonen suchen, die ein Gespür für diese Bedürfnisse haben.»

Nach den Vorträgen zu dem eher schweren Thema sorgte die thurgauer Slam Poetin Lara Stoll, die schon mehrere Titel gewann, für die benötigte Auflockerung. Mit ihren Texten über die Liebe zu Bäumen und Schnarchern, ihrem Horror vor der digitalen Stalker-Mutter und vielen Affen und Burnouts, konnte sie dem solothurnischen Staatspersonal zeigen, dass auch Humor stressabbauend wirkt.

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