Unglück von Gretzenbach
Solothurner Staatsanwaltschaft akzeptiert Urteile des Obergerichtes

Die Solothurner Staatsanwaltschaft akzeptiert die beiden Freisprüche im Strafprozess zum Deckeneinsturz von 2004 in Gretzenbach mit sieben toten Feuerwehrmännern. Das Obergericht hatte die Urteile des Amtsgerichtes gegen die Bauherren aufgehoben.

Merken
Drucken
Teilen
Deckeneinsturz einer Tiefgarage in Gretzenbach Feuerwehrmänner versuchen am Samtag, 27. November 2004 die sieben verschütteten Feuerwehrmänner zu retten.
12 Bilder
Deckeneinsturtz einer Tiefgarage in Gretzenbach Ein Bagger auf der Unglücksstelle, 30. November 2004
Deckeneinsturz in Gretzenbach von 2004
Deckeneinsturtz einer Tiefgarage in Gretzenbach Am 3. Dezember: Die oberste Schicht Humus ist entfernt, die Betondecke wird ersichtlich.
Deckeneinsturtz einer Tiefgarage in Gretzenbach Am Freitag, 3. Dezember sind beschädigte Autos von aussen sichtbar.
Deckeneinsturtz einer Tiefgarage in Gretzenbach Angehörige trauern um die verstorbenen Feuerwehrmänner
Deckeneinsturtz einer Tiefgarage in Gretzenbach An die Beerdigung eine Woche nach dem Unglück kamen 1000 Feuerwehrmänner aus der ganzen Schweiz. Insgesamt waren 2000 Personen anwesend.
Deckeneinsturtz einer Tiefgarage in Gretzenbach Aufräumarbeiten
Deckeneinsturtz einer Tiefgarage in Gretzenbach Die letzten Autos nahe dem Brandherd werden am 10. Dezember 2004 geborgen...
Deckeneinsturtz einer Tiefgarage in Gretzenbach ... und werden von Polizisten und Armeeangehörigen untersucht
Deckeneinsturtz einer Tiefgarage in Gretzenbach Staatsanwalt Rolf von Felten bei einer Medienkonferenz am 15. November 2005. Die Staatsanwaltschaft gibt bekannt, dass die Haftbarkeit der am Bau beteiligten Personen verjährt ist. Weiter wird bestätigt, dass der Brand selber nicht zum Einsturz führen konnte.
Deckeneinsturtz einer Tiefgarage in Gretzenbach Ein Jahr nach dem Einsturz der Tiefgarage ist das Gelände immer noch eine leere Grube.

Deckeneinsturz einer Tiefgarage in Gretzenbach Feuerwehrmänner versuchen am Samtag, 27. November 2004 die sieben verschütteten Feuerwehrmänner zu retten.

Keystone

Die Urteile des Obergerichtes würden nicht ans Bundesgericht weitergezogen, sagte Sabine Husi, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Sie bestätigte einen entsprechenden Bericht des DRS- Regionaljournals Aargau/Solothurn.

Das Obergericht hatte Ende Oktober die Bauherren und früheren Eigentümer der Überbauung «Staldenacker» in Gretzenbach von allen Vorwürfen freigesprochen. Das Obergericht hob die Urteile des Amtsgerichtes Olten-Gösgen auf.

Im Dezember 2010 hatte das Amtsgericht das Brüderpaar der fahrlässigen Tötung, des fahrlässigen Verursachens eines Einsturzes und der fahrlässigen Körperverletzung schuldig gesprochen.

Die Brüder wurden zu bedingten Freiheitsstrafen von je 20 Monaten verurteilt. Beide zogen die Urteile ans Obergericht weiter und forderten Freisprüche. Die Staatsanwaltschaft verlangte eine Bestätigung der erstinstanzlichen Urteile.

Grösstes Feuerwehrunglück der Schweiz

Beim Einsturz der Tiefgarage waren am 27. November 2004 sieben Feuerwehrmänner ums Leben gekommen. Sie standen im Einsatz, um einen Autobrand in der unterirdischen Einstellhalle zu löschen. Es ist das bisher grösste Feuerwehrunglück der Schweiz.

Laut Gutachten hatte die zu hohe Überschüttung und eine falsche Berechnung der Statik der Einstellhalle zum Einsturz geführt. Bei den Bauarbeiten war auch eine viel zu schwere Baumaschine über die Halle gefahren.

Die Fehler beim Errichten der Überbauung «Staldenacker» in Gretzenbach im Jahr 1990 sind nach einem früheren Entscheid der Beschwerdekammer des Obergerichtes längst verjährt.

Obergericht: «Gefahr nicht erkennen können»

Das Obergericht hatte die Freisprüche der beiden Bauherren damit begründet, sie hätten zwar bereits 1990 gewusst, dass es Risse in der Tiefgaragendecke gegeben und zu viel Erde auf der Decke gelegen habe.

Sie hätten jedoch die Gefahr nicht abwenden können oder müssen. Sie hätten nicht gewusst, dass eine Einsturzgefahr bestanden habe. Das Gericht sprach von einer «unklaren Gefahrensituation».

Das Amtsgericht Olten-Gösgen hatte im Dezember 2010 drei weitere Angeklagte freigesprochen. Es handelte sich um den Ingenieur, seinen Vorgesetzten sowie um den Bauleiter. Der ebenfalls angeklagte Architekt war vor Prozessbeginn gestorben.