Die Urteile des Obergerichtes würden nicht ans Bundesgericht weitergezogen, sagte Sabine Husi, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Sie bestätigte einen entsprechenden Bericht des DRS- Regionaljournals Aargau/Solothurn.

Das Obergericht hatte Ende Oktober die Bauherren und früheren Eigentümer der Überbauung «Staldenacker» in Gretzenbach von allen Vorwürfen freigesprochen. Das Obergericht hob die Urteile des Amtsgerichtes Olten-Gösgen auf.

Im Dezember 2010 hatte das Amtsgericht das Brüderpaar der fahrlässigen Tötung, des fahrlässigen Verursachens eines Einsturzes und der fahrlässigen Körperverletzung schuldig gesprochen.

Die Brüder wurden zu bedingten Freiheitsstrafen von je 20 Monaten verurteilt. Beide zogen die Urteile ans Obergericht weiter und forderten Freisprüche. Die Staatsanwaltschaft verlangte eine Bestätigung der erstinstanzlichen Urteile.

Grösstes Feuerwehrunglück der Schweiz

Beim Einsturz der Tiefgarage waren am 27. November 2004 sieben Feuerwehrmänner ums Leben gekommen. Sie standen im Einsatz, um einen Autobrand in der unterirdischen Einstellhalle zu löschen. Es ist das bisher grösste Feuerwehrunglück der Schweiz.

Laut Gutachten hatte die zu hohe Überschüttung und eine falsche Berechnung der Statik der Einstellhalle zum Einsturz geführt. Bei den Bauarbeiten war auch eine viel zu schwere Baumaschine über die Halle gefahren.

Die Fehler beim Errichten der Überbauung «Staldenacker» in Gretzenbach im Jahr 1990 sind nach einem früheren Entscheid der Beschwerdekammer des Obergerichtes längst verjährt.

Obergericht: «Gefahr nicht erkennen können»

Das Obergericht hatte die Freisprüche der beiden Bauherren damit begründet, sie hätten zwar bereits 1990 gewusst, dass es Risse in der Tiefgaragendecke gegeben und zu viel Erde auf der Decke gelegen habe.

Sie hätten jedoch die Gefahr nicht abwenden können oder müssen. Sie hätten nicht gewusst, dass eine Einsturzgefahr bestanden habe. Das Gericht sprach von einer «unklaren Gefahrensituation».

Das Amtsgericht Olten-Gösgen hatte im Dezember 2010 drei weitere Angeklagte freigesprochen. Es handelte sich um den Ingenieur, seinen Vorgesetzten sowie um den Bauleiter. Der ebenfalls angeklagte Architekt war vor Prozessbeginn gestorben.