Geschäftsbericht

Solothurner Spitäler AG schreibt Verlust – trotz mehr Patienten

Im Bürgerspital Solothurn wird sukzessive eine Akutgeriatrie aufgebaut.

Im Bürgerspital Solothurn wird sukzessive eine Akutgeriatrie aufgebaut.

Die Solothurner Spitäler AG (soH) hat 2018 vier Prozent mehr Patienten stationär behandelt. Auch die ambulanten Zahlen sind steigend. Dennoch schreibt das Unternehmen einen Verlust.

Die Solothurner Spitäler AG (soH) hat 2018 einen Verlust geschrieben. Dies teilte das Unternehmen, das zu 100 Prozent dem Kanton gehört, am Mittwoch mit. Das Minus betrug im vergangenen Jahr demnach 3,7 Mio. Franken Der Regierungsrat hat den Geschäftsbericht am Montag genehmigt. Gründe waren laut der soH «hohe Ertragsausfälle im ambulanten Bereich aufgrund des Tarifeingriffs des Bundesrats sowie eine weitere Reduktion der Kantonsbeiträge.» Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung wollen «alles daran setzen, die Entwicklung wieder umzukehren», teilten sie mit.

Der Verlust geschah vor dem Hintergrund steigender Patientenzahlen, nicht nur aus dem Kanton Solothurn, sondern auch aus den Nachbarkantonen. «Grund ist unter anderem das verfeinerte Leistungsangebot an allen Standorten», teilt die Spitäler-AG mit. In Olten, Dornach und Solothurn wurden 29'661 Patienten stationär behandelt – im Vergleich zu 28'473 im Vorjahr. Die Zahl der ambulanten Behandlungen stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund drei Prozent, von 182'872 auf 187'782.

Geriatrie wird ausgebaut

Änderungen vermeldet die soH auch bei den Leistungsfeldern. Im Bürgerspital Solothurn wird demnach sukzessive eine Akutgeriatrie aufgebaut. «Damit erhalten auch Patienten im Einzugsgebiet des westlichen Kantonsteils eine optimale Behandlung durch ein geriatrisch ausgebildetes und geschultes Team unter fachärztlicher Leitung», so die Spitäler AG. «Die neue Akutgeriatrie am Bürgerspital Solothurn wird im Endausbau eine ähnliche Grösse haben wie jene in Olten. Durch diesen Schritt werden die Solothurner Spitäler zu einem der grössten Versorger in der Altersmedizin schweizweit».

Als weitere Änderung vermeldet die soH, dass seit Frühjahr 2018 am Kantonsspital Olten in der Viszeralchirurgie, Urologie und Gynäkologie minimalinvasive, roboterassistierte Operationen angeboten werden. Dafür wurde ein weltweit etabliertes roboterunterstütztes Operationssystem der neuesten Generation beschafft.

Erstmals werden im Geschäftsbericht auch die Ärztelöhne genannt. Im letzten Jahr hatte die Regierung den Betrag aus 2017 veröffentlicht: 886'710 Franken. Die soH hatte sich gegenüber dieser Zeitung geweigert, diesen herauszugeben. Nun haben die Solothurner Spitäler erstmals die Löhne im Geschäftsbericht offengelegt.

In einem Jahr will die soH den Neubau des Bürgerspitals in Solothurn beziehen. Der Innenausbau laufe auf Hochtouren, schreibt die soH. Zurückgetreten aus dem Verwaltungsrat ist Daniel Candinas von Albertini, Direktor und Chefarzt Viszerale Chirurgie und Medizin Inselspital Bern. (szr)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1