«Die Entwicklung liegt im Rahmen der Erwartungen.» Claudia Hänzi, Chefin im Amt für soziale Sicherheit, ist über den Anstieg der Sozialhilfequote um 0,1 Prozent nicht besorgt. Man sei davon ausgegangen, dass die Quote im 2014 nochmals wachsen wird und dass erst eine Entspannung auf das Jahr 2015 zu erwarten sei.

Mit 87,8 Prozent lebt der grösste Teil der unterstützten Personen in einem Privathaushalt, wie die aktuelle Sozialhilfeempfängerstatistik des Bundes zeigt. 67,2 Prozent davon sind Ein-Personen-Fälle. Diese haben im Vergleich zu 2013 um 6,6 Prozent zugenommen.

Was Claudia Hänzi weitaus mehr zu Denken gibt als der leichte Anstieg der Sozialhilfequote, ist die Entwicklung bei den Personen zwischen 46 und 64 Jahren. «Diesen Teil könnte man sicher als besorgniserregend bezeichnen», so Hänzi. Aus dieser Altersgruppe wurden nämlich vermehrt Anträge auf Sozialhilfe gestellt. «Das ist ein Hinweis darauf, dass Menschen ab Mitte 40, die aus dem Arbeitsmarkt fallen, schlechtere Chancen haben, wieder reinzukommen», sagt die Amtschefin.

Die Zahl der Privathaushalte, Paare mit oder ohne Kinder sowie Alleinerziehende, die Sozialhilfe beziehen, nahm gemäss Angaben der Solothurner Staatskanzlei gegenüber dem Vorjahr nur leicht zu oder blieb konstant. Alleinerziehende und Paare mit oder ohne Kinder hätten neben der Sozialhilfe oftmals weitere Einkommensquellen, wie Erwerbseinkommen oder Kinderzulagen. Die Sozialhilfe wird in diesen Fällen demnach nur ergänzend geleistet. Von den Ein-Personen-Fälle haben 72,7 Prozent neben der Sozialhilfe keine andere Einkommensquelle.

Kürzere Bezugsdauer

Ein grosser Anteil der Sozialhilfebezüger erhält nur vorübergehend Sozialhilfe. Ende 2014 hatten 36,9 Prozent aller Dossiers eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Wenn man nur die abgeschlossenen Dossiers betrachtet, wies rund die Hälfte aller Dossiers eine Laufzeit von weniger als einem Jahr auf. 17,5 Prozent aller laufenden Dossiers wiesen eine Laufzeit von mehr als 5 Jahren auf.

Bei den abgeschlossenen Dossiers machen diese 7,8 Prozent aus. Im schweizweiten Vergleich weist der Kanton Solothurn eine unterdurchschnittliche Bezugsdauer auf. «In eher ländlich geprägten Kantonen sind die Bezugsdauern generell ein bisschen tiefer als in städtisch geprägten Kantonen», erklärt Claudia Hänzi.

28,8 Prozent aller Dossiers wurden aufgrund einer Verbesserung der Erwerbssituation geschlossen, bei 28,1 Prozent wurde die Existenzsicherung durch eine andere Sozialleistung übernommen. Der häufigste Abschlussgrund mit 35,8 Prozent ist die Beendigung der Zuständigkeit, das heisst, die Beendigung aufgrund eines Umzuges oder Kontaktabbruchs.

Die gesamtschweizerische Sozialhilfequote hatte 2013 3,2 Prozent betragen. Für 2014 liegen noch keine Zahlen vor. (ldu)