Vergleich

Solothurner Sekundarschüler haben schweizweit am meisten Schule

Solothurner Sekundarschüler kommen auf 4370 Lektionen in der Sekundarschulzeit.

Solothurner Sekundarschüler haben es am strengsten – mit über 700 Lektionen mehr pro Jahr als der Kanton Wallis.

Abhängig vom Wohnort verbringen Schweizer Sekundarschüler unterschiedlich viel Zeit in den Klassenzimmern. In Solothurn haben die Sekundarschüler am wenigsten Freizeit. Mit 4370 Lektionen ist es der Kanton mit der höchsten Präsenzzeit schweizweit. Wallis mit 3648, Luzern mit 3800 und Basel mit 3838 sind die Kantone mit den wenigsten Pflichtlektionen.

Wenn also eine Familie vor dem Eintritt ihres Kindes vom Wallis nach Solothurn zügelt, verbringt es mehr als 700 Stunden mehr im Unterricht. Das zeigt ein Bericht der Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK). Wie in der nachfolgenden Grafik zu sehen ist, gibt es in neun Kantonen mehr als 4000 Lektionen.

Mehr Unterricht führt nicht zu viel besseren Leistungen

Wie Chantal Oggenfuss von der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung gegenüber «20 Minuten» ausführt, falle insbesondere die unterschiedliche Dauer der Lektionen in den Kantonen ins Gewicht. St. Gallen und Freiburg würden Spitzenplätze belegen, weil eine Lektion hier nicht 45, sondern 50 Minuten dauere. Die restlichen Unterschiede liessen sich mit unterschiedlich vielen Schulwochen und Lektionenzahlen pro Woche erklären.

Mit mehr Unterricht erwartet man, dass sich auch die Leistungen der Schüler steigern würden. Forscher haben aber herausgefunden, dass die Leistungen mit mehr Präsenzzeit nicht viel besser ausfielen. Bei Klassen mit schwächeren Anforderungsprofilen soll die Wirkung besonders gering sein.

Wie sieht das im Kanton Solothurn aus? Yolanda Klaus, stellvertretende Leiterin des kantonalen Volksschulamts sagt gegenüber «20 Minuten»: «Wir haben ein ausgewogenes Programm, das auch von der Lehrerschaft und der Sekundarstufe II mitgetragen wird. Im Gegensatz zu anderen Kantonen haben wir bei den sogenannt weichen Fächern wie Gestalten und Musik keine Abstriche gemacht.» Das heisse aber ganz und gar nicht, dass Solothurner Schüler in Leistungstest in Deutsch oder Mathematik besser abschnitten: «Hier haben wir nicht mehr Lektionen als andere Kantone.» Eine Entschlackung des Stundenplans sei kein Thema.

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