Samstagnachmittag, Mehrzweckhalle Paradiesli, Aarburg: Der Miniroboter rattert los auf dem Spieltisch. Ein Farbsensor sucht nach roten Legos, die in ein bestimmtes Feld geschoben werden müssen. Doch der Roboter übersieht die Steine, fährt in die Bande und steht Kopf. Das Team RoboKids Vindonissa rauft sich die Haare. Aber nur kurz: Denn eine Tüftlerin oder ein Erfinder muss damit rechnen, dass immer mal wieder etwas schiefläuft.

Miniroboter erfinden, die helfen, food waste zu reduzieren

110 Teams haben am 9. und 10. Juni 2018 in Aarburg (AG) an der Schweizer Ausscheidung zur World Robot Olympiad 2018 teilgenommen. 280 Kinder und Jugendliche lernten in den fünf Monaten vor dem Wettbewerb, wie sie kleine Maschinen bauen können − mit Legosteinen, Elektromotoren, Sensoren und Rädern. Gesteuert werden die Miniroboter über einen Code, den die Schüler mit einer Programmiersprache geschrieben haben.

Die Wettbewerbsaufgaben kreisen jeweils um aktuelle Themen. Dieses Jahr handelten sie davon, wie wir Nahrung herstellen, teilen und konsumieren. So programmierten die Teams Roboter, die helfen, food waste zu reduzieren. Oder Roboter, die Daten zur Bodenqualität sammeln und so automatisch die richtigen Setzlinge auf den Äckern anbauen.

Die Robotik-Olympiade sei ein Format, bei dem Kinder und Jugendliche ihre Spiel- und Entdeckerlust ausleben können, erklärt Jan Koch, Organisator und Geschäftsführer der World Robot Olympiad (WRO) Schweiz. «Zugleich vermittelt die Olympiade auch Lerninhalte: Wie denkt ein Computer? Wie funktioniert die Programmierung?», ergänzt Koch.

Solothurner, Zürcher und Aargauer Schüler bauten die besten Roboter

Am Wettbewerbstag bauten die Teams ihren Roboter ohne Anleitung zusammen. Dann schickten sie ihn aufs Spielfeld. Viermal durfte der Roboter den Parcours absolvieren, zwischendurch bauten die Teams die Maschine um und verbesserten den Code. Punkte gab es für richtig gelöste Aufgaben und für die Schnelligkeit. Diese drei Teams haben mit ihren Robotern überzeugt und die Olympiade 2018 gewonnen:

  • Kategorie Senior (16-19 Jahre): «TechNoLogic» mit Felix Ganther und Aaron Griesser aus Pfäffikon (ZH) und Wolfhausen (ZH). Coach: Adrian Kaier
  • Kategorie Junior (13-15 Jahre): «League Of Robots» mit Nicola Alessandrelli und Jakob Hechler aus Erlinsbach (SO). Coach: Riccardo Alessandrelli
  • Kategorie Elementary (8-12 Jahre): «Uni-Robo» mit Janis Looser und Léon Cosandey aus Madetswil (ZH) und Pfäffikon (ZH), Kantonsschule Zürcher Oberland. Coach: Stephan Looser

Der Roboter von TechNoLogic hat die Jury und das Publikum überzeugt. Sehr präzise und vor allem sehr schnell hat er die Aufgaben erledigt. Die Gewinner Felix und Aaron über ihr Erfolgsrezept: «Es braucht viel Erfahrung und sehr viel Zeit. In den Ferien haben wir täglich 8-14 Stunden am Roboter gearbeitet.» Die beiden Schüler profitierten zudem vom Freifach Robotik an der Kantonsschule Zürcher Oberland in Wetzikon.

Die zweiten und dritten Plätze holten sich Teilnehmer der Kantonsschule Zürcher Oberland (ZH), der Kantonsschule Wettingen (AG) und der Primarschule Messen (SO) sowie privat teilnehmende Teams aus den Kantonen Aargau und Zürich.

Auf nach Thailand und auf die Philippinen

Die Gewinner dürfen ihren Erfindergeist nun auch international beweisen. Sie haben sich für die Teilnahme an der World Robot Olympiad 2018 qualifiziert. Diese findet in Thailand vom 16.-18. November 2018 statt.