Massnahmenplan
Solothurner Regierung will bis zu 115 Millionen Franken sparen

Der Regierungsrat hat einen Massnahmenplan beschlossen, mit dem bis 2017 jährlich bis zu 115 Millionen Franken eingespart werden können. Nach Kritik und Diskussionen reduzierte der Regierungsrat die Einsparungen um 35 Millionen Franken.

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Ursprünglich hätten bis 2017 Einsparungen von 150 Millionen Franken pro Jahr umgesetzt werden sollen.

Ursprünglich hätten bis 2017 Einsparungen von 150 Millionen Franken pro Jahr umgesetzt werden sollen.

Keystone

Der Massnahmenplan sieht für das kommende Jahr Einsparungen von 15,2 Millionen Franken vor. In den nachfolgenden Jahren steigen die Reduktionen auf 75 bis zu 115 Millionen Franken. Der Regierungsrat verabschiedete den entsprechenden Massnahmenplan am Montag.

Knapp 49 Millionen Franken der Einsparungen von 115 Millionen Franken sind damit definitiv beschlossen. Über die weiteren Massnahmen mit 66 Millionen Einsparungen wird der Kantonsrat entscheiden müssen. Der Plan setzt unter dem Strich zu 72 Prozent auf Einsparungen und zu 28 Prozent auf Mehreinnahmen.

Ursprünglich hatte der Regierungsrat Einsparungen bis 2017 von 150 Millionen Franken pro Jahr umsetzen wollen. Um die Vorschläge politisch abzustützen, setzte der Regierungsrat drei «runde Tische» mit Vertretern der Parlamentsfraktionen und den Verbänden an.

Regierung sucht Kompromisse am «runden Tisch»

Die Atmosphäre sei gut und von gegenseitigem Respekt geprägt gewesen, sagte Frau Landammann Esther Gassler vor den Medien. Es sei allen klar gewesen, dass sie «Haare und Federn lassen müssen». Finanzdirektor Roland Heim sagte, die nun beschlossenen Massnahmen könnten verantwortet werden.

Mehrere geplante Massnahmen werden vorerst aufgeschoben oder gleich nicht mehr weiterverfolgt. «Wenig sparen, aber viele verrückt machen, das bringt wenig», sagte Regierungsrat Roland Fürst.

So wird nicht auf Sonderklassen für sportlich oder musisch besonders Begabte verzichtet. Auch wird das Pflichtpensum der Lehrpersonen an den Berufsbildungszentren nicht erhöht sowie die Schule für Mode und Gestalten in Olten wird nicht geschlossen.

Steuerreduktion soll aufgehoben werden

Kein Thema mehr ist auch die Erhöhung der Motorfahrzeugsteuern. Der Regierungsrat will jedoch den Steuerfuss für natürliche Personen von derzeit 100 Prozent schrittweise um 4 Prozentpunkte erhöhen. Ab 2015 soll der Ansatz wie vor 2012 wieder 104 Prozent betragen.

Mit dem Massnahmenplan will der Regierungsrat bis 2017 das strukturelle Defizit des Kantons bekämpfen. Das Budget für das kommende Jahr sieht einen Fehlbetrag von 110 Millionen Franken vor.