Geschäftsjahr 2016
Solothurner Raiffeisenbanken machen weniger Gewinn

Sinkende Erträge und steigende Kosten führten bei den 17 Raiffeisenbanken des Solothurner Regionalverbandes zu einem tieferen Gewinn.

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Per Ende 2016 zählten die Raiffeisenbanken des Solothurner Verbandes 109'160 Mitglieder. (Archiv)

Per Ende 2016 zählten die Raiffeisenbanken des Solothurner Verbandes 109'160 Mitglieder. (Archiv)

Bruno Kissling

Im Geschäftsjahr 2016 haben sich die Kundenausleihungen um 2.9% auf 8,9 Milliarden Franken erhöht, wie der Solothurner Verband der Raiffeisenbanken am Montag mitteilt. Der weitaus grösste Teil entfällt auf das Hypothekargeschäft. Die strengen Richtlinien bei der Kreditvergabe sowie der weiter zunehmende Wettbewerb hätten es nicht erlaubt, die hohe Wachstumsrate des Vorjahres von 4 Prozent zu halten. Raiffeisen bekenne sich klar zum qualitativen Wachstum in ihrem Kerngeschäft.

Auf der anderen Seite habe sich gezeigt, dass die Kunden den Raiffeisenbanken grosses Vertrauen schenken, heisst es in der Mitteilung weiter. Dies zeige sich am ausserordentlich hohen Zuwachs der Kundengelder. Der Bestand erhöhte sich um 4,6 Prozent auf 8,5 Milliarden Franken.

Der Kundendeckungsgrad (die prozentuale Refinanzierung der Kundenausleihungen durch Kundengelder) habe sich so von 93,4 Prozent im Vorjahr auf 94.9 Prozent verbessert. Das verwaltete Depotvolumen blieb mit CHF 990 Millionen Franken stabil.

Sinkende Erträge

Im Zinsengeschäft, dem Hauptertragsposten der Raiffeisenbanken, konnte ein Ertrag von 120 Millionen Franken erwirtschaftet werden. Dies entspricht einem Rückgang von 0.8 Prozent. Die nach wie vor sinkende Durchschnittsverzinsung der Ausleihungen und das stärkere Wachstum der Kundengelder sind die

Gründe für diese Entwicklung. Die Zinsmarge blieb unter Druck. Sie sank von 1,26 auf 1,21 Prozent. Auch der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft und im Handelsgeschäft verlief rückläufig. Insgesamt reduzierte sich der Betriebsertrag um 1,7 Prozent auf 138 Millionen Franken.

Rückgang von Bruttogewinn und Jahresgewinn

Gleichzeitig hat sich der Geschäftsaufwand um 1,7 Prozent auf 83,4 Millionen Franken erhöht. Diese Zunahme sei vollumfänglich auf Mehraufwand im Personalbereich zurückzuführen. Der Sachaufwand konnte bei 32,2 Millionen Franken gehalten werden.

Durch die gegenläufige Entwicklung von Ertrag und Kosten sank der Bruttogewinn um 6.6 Prozent auf 54,4 Millionen Franken. Der Jahresgewinn reduzierte sich um 4.1 Prozent auf 12,0 Millionen Franken.

Die Raiffeisenbank gehöre zu den grössten Arbeitgebern im Kanton Solothurn. Die Zahl der Mitarbeitenden erhöhte sich im Berichtsjahr um 3 auf 482 Personen. Umgerechnet auf Vollzeitstellen zählt die Belegschaft 380 Personen.

Weniger Mitglieder, mehr Genossenschaftskapital

Per Ende 2016 zählten die Raiffeisenbanken des Solothurner Verbandes 109'160 Mitglieder. Dies waren 2,6 Prozent oder 2941 Personen weniger als im Jahr zuvor. Als Hauptgründe dafür können, so die Mitteilung, Todesfälle und die Bereinigung von Doppelmitgliedschaften bei Zusammenschlüssen von Raiffeisenbanken genannt werden.

Hingegen nahm das Genossenschaftskapital um 5,7 Prozent auf 53 Millionen Franken. zu. Dies vor allem als Folge der Nennwerterhöhung bei Fusionsbanken. (mgt)