Durchhalteübung
Solothurner Polizeianwärter trotzen Wind, Regen und Erschöpfung

Insgesamt 16 Polizeischülerinnen und Polizeischüler stellten sich an der diesjährigen Durchhalteübung den zahlreichen Aufgaben ihrer Ausbildner wie auch dem hundsmiserablen Wetter.

Raphael Karpf
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Durchhalteübung der Polizeischule Solothurn 2019 Ausrüstung fassen, bevor es dann los geht.
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 Als erstes steht ein Lauf an – noch Mitten in der Nacht.
 Ein letztes Gruppenbild vor dem Start.
 In den verschiedensten Bereichen werden die Aspiranten geprüft, so auch im Umgang mit Schusswaffen.
Oder im Nahkampf...
 Oder hier im Abseilen.
Auch handwerkliche Fertigkeiten sind gefragt, etwa bei der Knotenlehre.
Pausen müssen natürlich auch bei einer Durchhalteübung sein.
 Was natürlich nicht fehlen darf: Das «Tuusigerstägli» beim Born.
Sportlich stehen einige Aufgaben an: Etwa ein Zeitfahren auf dem Velo.
 Als wären die Aufgaben nicht anspruchsvoll genug, legte das Wetter noch einen oben drauf.
 Da dürfte eine Theorieprüfung im Trockenen eine willkommene Abwechslung sein.
 Regierungsrätin Susanne Schaffner zu Besuch.
 Mit dem Super Puma geht es von Olten nach Subingen.
Die Durchhalteübung in Subingen.
 Dort steht unter anderem das Abseilen vom Landi-Turm auf dem Programm.
 Nichts für schwache Nerven.
 Ein Hindernis-Parkour mit einer Rettungspuppe ist ein weiterer Posten.

Durchhalteübung der Polizeischule Solothurn 2019 Ausrüstung fassen, bevor es dann los geht.

Kantonspolizei Solothurn

Ein garstiger Wind wehte durch die Zinnen des Landi-Turms in Subingen. Regen und Schnee peitschte den jungen Frauen und Männern ins Gesicht, die dick eingepackt zusammenstanden. Nein, das Wetter meinte es wahrlich nicht gut mit den Polizeischülerinnen und -schülern. Als würde die Durchhalteübung den Aspiranten nicht schon genug abverlangen, trug Petrus das Seinige dazu bei, dass die insgesamt 16 Männer und Frauen diesen Tag so schnell wohl nicht vergessen werden.

Los ging es für die angehenden Polizisten am Donnerstag um halb vier in der Früh in Oensingen. Bis am Freitagmorgen wurden sie quer durch den Kanton gejagt. Sportliche Tests wie Schwimmen oder Radfahren wechselten sich mit Theorieprüfungen ab. Aber auch bei Denkaufgaben, beim Umgang mit der Schusswaffe oder auch beim Absuchen eines Geländes mussten sie sich beweisen. Und zwischen den einzelnen Posten warteten auf die Schüler nicht etwa Pausen, sondern kilometerlange Märsche.

Highlight: Super Puma

Bei einer Verschiebung konnten sich die Aspiranten jedoch zurücklehnen. Die Strecke von Olten nach Subingen mussten sie nicht zu Fuss zurücklegen. Stattdessen ging es flugs in einem Super Puma durch die Lüfte. Ähnlich spektakulär war dann auch der erste Posten in Subingen: Aus luftiger Höhe mussten sich die angehenden Polizisten vom Landi-Turm abseilen. Nichts für schwache Nerven.

Unten angekommen, lag eine kurze Verschnaufpause drin: Ein paar Bissen von einem Sandwich, ein wärmender Kaffee, und schon ging es weiter zum nächsten Posten. Das Szenario dort: Eine Täterschaft hat einen Bancomaten gesprengt und ist bewaffnet auf der Flucht. Die Aufgabe der Schüler: Das Gelände absuchen, Beute sicherstellen und wenn möglich dabei nicht sterben. Denn das Gelände ist mit Stolperdrähten und Granaten gespickt. Eine Gruppe schaffte es zwar, sämtliche Fallen zu entschärfen, war jedoch deutlich über der erlaubten Zeit. «Bestimmt in solchen Fällen einen Anführer, der die Entscheide fällt, dies spart kostbare Zeit», so der Rat des Übungsleiters.

Stimmung (noch) gut

Trotz garstigsten Bedingungen und trotz den ganzen Mühen: Die Stimmung unter den angehenden Polizisten war bestens. Munter scherzten sie untereinander, die Strapazen waren ihnen nicht anzusehen. Selbst auf dem Landi-Turm oben, kurz bevor es über das Geländer am Seil entlang meterweit in die Tiefe ging. Cool wurde dort für die anwesenden Journalisten posiert. Kommt da keine Nervosität auf? «Ein bisschen schon», meinte ein junger Mann, «doch wir haben in der Ausbildung gelernt, was nötig ist, und sind für diese Aufgaben bereit.» Und selbst am Karabinerhaken hängend mitten in der Steilwand war noch Zeit für einen Zwischenstopp und ein Lächeln für die Kamera.