Wettbewerb
Solothurner Nachwuchstalent verzichtet auf Chemie-Olympiade

14 Berufsschüler und Gymnasiasten zeigten ihr Talent am Final der Schweizer Chemie-Olympiade 2019. Vier Jugendliche dürfen die Schweiz am internationalen Wettbewerb in Paris vertreten. Auch ein Solothurner wäre dabei. Er hat aber andere Pläne.

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Schweizer Chemie-Olympiade 2019
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Im Labor beschäftigten sich die Jugendlichen mit einem Azofarbstoff.
Dieser musste synthetisiert und mit einem Spektrophotometer untersucht werden, um zu erklären, wie er mit Licht interagiert.
Schweizer Chemie-Olympiade 2019
Da Lennart Horn nicht nach Paris reisen wird, sind das die Teilnehmer der Chemie-Olympiade. Jasmin Frei konnte erben.
Silber: Daniel Isler, Thibaud Wüthrich, Jonas Kupferschmid und Jasmin Frei.
Bronze: Albert Shang, Nicolas Haller, Curdin Caflisch und Noah Gehr.

Schweizer Chemie-Olympiade 2019

Chemie-Olympiade

Von den 271 Berufsschülern und Gymnasiasten, die im Herbst 2018 bei der 1. Runde des Wettbewerbs mitmachten, qualifizierten sich 50 für die 2. Runde. Nach einem Test und Workshops an der ETH Lausanne und der Uni Zürich kämpften 14 Finalistinnen und Finalisten letzten Freitag um die Medaillen.

Im Labor beschäftigten sich die Jugendlichen mit einem Azofarbstoff. Dieser musste synthetisiert und mit einem Spektrophotometer untersucht werden, um zu erklären, wie er mit Licht interagiert.

Beim zweiten Experiment berechneten die Schüler, wie viel Calciumoxid in einer Zementprobe steckt, zu viel davon schadet nämlich der Qualität des Produkts. Im Theorieteil suchten die Finalisten auch nach einer Alternative zu Wasserstoffgas als Brennstoff: Sie berechneten und erklärten, ob Glukose sich dafür eignen würde.

Vier Jugendliche wurden an der ETH Zürich mit Gold ausgezeichnet:

  • Lennart Horn, Kantonsschule Solothurn, SO
  • Alain Pfammatter, Berufsfachschule Oberwallis Visp, VS
  • Moreno Inauen, Collegio Papio, TI
  • Kevin Denz, Berufsschule Aarau, AG

Lennart Horn gehört zu den besten. Trotzdem wird der 17-Jährige aus Solothurn die Schweiz nicht mit seinen drei Kollegen an der internationalen Chemie-Olympiade in Paris (21.-30. Juli) vertreten. Er hat schon anderes vor. «Zeitgleich findet an der Uni in Boston ein ‹Summercamp› statt, zu dem ich zugelassen bin», erklärt Horn. Dieses dauere sechs Wochen.

An der Chemie-Olympiade hat er bereits zum zweiten Mal teilgenommen. Und im nächsten Jahr? «Wahrscheinlich werde ich nochmals mitmachen. Je nachdem, wie viel ich zu tun habe», meint Lennart Horn. 2020 stehen für ihn dann die Maturprüfungen an.

Der Wettbewerb hat ihm gefallen. «Ich bin gerne im Labor», erklärt der Kantischüler mit Schwerpunktfach Mathematik-Physik und einem grossen Faible für Chemie. Die gestellte Aufgabe sei nicht schwierig gewesen. «Wenn man macht, was auf der Anleitung steht, schafft man die Aufgabe.» Den Azofarbstoff hätte er schon gekannt. «Wir haben ihn schon einmal synthetisiert.»

Die Silbermedaillengewinnerin Jasmin Frei (Kantonsschule Wettingen, AG) erbt seinen Platz. In Paris wird sie über 300 Jugendliche aus 80 Ländern treffen − und sich ein weiteres Mal mit ihrem Lieblingsfach beschäftigen. Auch ihr gefällt an der Chemie die Mischung von Theorie, Berechnung und Anwendung. Und: «Chemie hilft zu verstehen, wie das Leben in seiner kleinsten Dimension funktioniert». Jasmin sieht sich in Zukunft als Naturwissenschaftlerin.

«Für mich war es spannend zu sehen, wie die Uni funktioniert», erzählt der Erstplatzierte Alain Pfammatter, der eine Lehre macht als Chemielaborant bei Lonza. Die Verbindung von Theorie und Anwendung findet der Walliser Alain wichtig: «Wenn ich als Lehrling im Labor nicht verstehe, was bei den Experimenten genau abläuft, bringt das nichts, oder es kann gar gefährlich werden.» (mgt/ldu)