Bilder/Dok-Film

Solothurner Maler Frank Buchser im Kunstmuseum und im Kino

Das Kunstmuseum Solothurn zeigt in einem Saal 30 Meisterwerke aus der Sammlung von Frank Buchser (1828–1890). Am Samstag feiert auch ein Dok-Film von Bruno Moll über den Maler seine Solothurner Premiere.

In den renovierten Sälen des Kunstmuseums Solothurn ist die Neupräsentation der Sammlung des Museums zu sehen. In einem Saal sind unter der Rubrik «Kleine Stadt – grosse Meister» Exponate von national und international bedeutenden Künstlern, die vorwiegend aus der Dübi-Müller-Stiftung und der Josef-Müller-Stiftung stammen, zu sehen.

Nach dem Auftakt mit Werken von Hans Berger (vom Mai bis September 2019) sind nun die wichtigsten Arbeiten des Malers aus Feldbrunnen, Frank Buchser (1828–1890), neu zu entdecken. «Buchsers Bruder teilte dessen Nachlass zwischen dem Kunstmuseum Basel und Solothurn auf; Solothurn wurden die Ölgemälde zugesprochen, Basel bekam die Skizzen und Zeichnungen», erklärt Museums-Direktor Christoph Vögele. So sind in den Beständen des Museums insgesamt 80 Werke Buchsers zu finden. Genau genommen sind es alles Depositen des Kunstvereins Solothurn. Vögele hat jetzt die besten Werke daraus zusammengestellt.

Jedes Bild erzählt eine ganze Geschichte

Es sind Landschaftsbilder, Porträts und die bekannten Gemälde mit Motiven aus Buchsers Reisen nach Marokko oder den USA zu sehen. An einer Wand präsentiert Vögele in einer Art Petersburger Hängung kleinere Meisterwerke. Jedes für sich erzählt eine Geschichte. Da sticht zum Beispiel «Der Albanese auf der Lauer» heraus, oder Flusslandschaften aus Amerika, wo Buchser auf Motivsuche nach dem «reinen Wilden» in den indianischen Reservaten war.

Buchsers Werk ist eng mit seinem abenteuerlichen Leben verbunden. Als Sohn eines Wirts und Pferdehändlers in Feldbrunnen geboren, absolvierte er zunächst eine Lehre zum Klavier- und Orgelbauer. Doch den jungen Mann packte schon bald die Reiselust. 1847 beschloss er, nach einer Reise über Paris nach Florenz und Rom, Maler zu werden. Er diente in der päpstlichen Schweizergarde, was ihm ermöglichte, in der Accademia di San Luca in Rom Malerei zu studieren. 1848 schloss er sich kurz den Truppen Garibaldis an. Von 1849 bis 1850 studierte er in Paris, 1850 bis 1852 in Antwerpen. 1852 bis 1853 bereiste er Spanien, wo er als Maler und Zeichner frühe Beachtung fand. Dort malte er viele exotisch-erotisch aufgeladene Motive, wie sie damals gross in Mode waren. Buchser tendiert teilweise hin zum Impressionismus, aber auch zum Eklektizismus, Idealismus, Realismus.

Es ist schwer, ihm ein «Mäntelchen» überzustülpen. Buchser malte, um von der Kunst zu leben. So gibt es etliche Porträts oder gefällige Landschaftsbilder in seinem Werk. 1865, wieder in der Schweiz, wurde er in Feldbrunnen Gemeindepräsident, doch machte sich der Ruhelose von 1866 bis 1871 wieder auf, Amerika zu erkunden. Fünf Jahre verbrachte er dort, fasziniert von der jungen Demokratie, den Indianern und den eben erst freigelassenen Sklaven, die noch einen Platz in der Gesellschaft suchten. Buchser lockte dieses exotisch-aussergewöhnliche Motiv. Er sorgte sich nicht um die damaligen sozialen Umstände, widmete sich fast idyllisch-sentimental dem Leben der Schwarzen, was in der europäischen Malerei einzigartig ist.

Der Trailer «The Song of Mary Blane»

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