Auszeichnung
Herkunft und Heimat erspürt: Solothurner Literaturpreis 2021 geht an Iris Wolff

Der Solothurner Literaturpreis 2021 geht an Iris Wolff. Er wird im Rahmen der Literaturtage, am 16. Mai verliehen.

Nicola Steiner
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Iris Wolff

Iris Wolff

Annette Hauschild / Ostkreuz

Die 1977 im siebenbürgischen Hermannstadt geborene Schriftstellerin Iris Wolff zeigt in ihrem Werk, wie abstrakte Begriffe wie Herkunft und Heimat im Leben von Individuen literarisch fassbar und damit wieder zu kollektiven Erfahrungen werden. Nach «Halber Stein» (2012), «Leuchtende Schatten» (2015) und «So tun, als ob es regnet» (2017) schildert Wolff in ihrem aktuellen Roman «Die Unschärfe der Welt» (2020) in präziser und unaufgeregter Sprache die Erfahrungen einer Familie aus dem Banat im rumänischen Siebenbürgen über vier Generationen hinweg.

Mit sinnlichen Bildern und mit psychologischem Gespür für ihre Figuren verwebt sie die wechselvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts mit individuellen Schicksalen. Gegenwartsbezogen und doch zeitlos-schwebend beschreibt sie in starken, poetischen Bildern, wie politische Umwälzungen die Menschen in den Beziehungen und ihrer Glückssuche beeinflussen können. Iris Wolff wurde 1977 im siebenbürgischen Hermannstadt geboren und ist da aufgewachsen.

1985 emigrierte sie mit ihrer Familie nach Deutschland, studierte Germanistik, Religionswissenschaft sowie Grafik und Malerei, war Mitarbeiterin des Deutschen Literaturarchivs Marbach sowie Dozentin für Kunstvermittlung. Sie lebt als freie Autorin in Freiburg i. Br. Iris Wolff wurde für ihre Romane mehrfach ausgezeichnet und unter anderem mit dem Marieluise-Fleisser-Preis für ihr Gesamtwerk geehrt.

Die Preisverleihung findet im Rahmen der Solothurner Literaturtage am 16. Mai 2021 um 11.30 Uhr in Solothurn statt und wird online übertragen. Gleichzeitig wird auch die letztjährige Preisträgerin, Monika Helfer geehrt.