Autoprüfung

Solothurner Lernfahrer kommen mit 3000 Franken noch billig weg

Ein Lernfahrer unterwegs

Ein Lernfahrer unterwegs

Im Kanton Solothurn müssen Lernfahrer für das Erlangen des Führerscheins tief in die Tasche greifen: über 3000 Franken zahlen sie dafür. Doch verglichen mit anderen Kantonen ist dies eher wenig.

Wer den Führerausweis erlangen will, muss neben fahrtechnischen Herausforderungen auch hohe Kosten in Kauf nehmen. Die Autoprüfung kostet im Kanton Solothurn mit sämtlichen obligatorischen Kursen und Fahrstunden rund 3000 Franken. Diese Zahl mag manche erstaunen, doch in anderen Kantonen in der Nordwestschweiz sind die Kosten noch höher, wie unsere Recherchen zeigen.

Die Gesamtkosten für die Autoprüfung in den untersuchten Kantonen belaufen sich nach unseren Rechnungen auf folgende Beträge: Solothurn: 3135 Franken, Bern: 3495 Franken, Aargau: 4398 Franken, Basel-Stadt: 4410 Franken, Baselland: 4425 Franken und Zürich: 4950 Franken. Für die Fahrstunden wurde mit den Durchschnittspreisen und der durchschnittlichen Anzahl des jeweiligen Kantons gerechnet. Zudem sind  für den Nothelferkurs (150 Franken), den Sehtest (15 Franken) und die Software für die Theorieprüfung (80 Franken) Fixkosten eingerechnet. 

Die Unterschiede bei den Preisen zeigen sich in den einzelnen Bestandteilen der Autoprüfung. So bezahlt man für die Theorieprüfung in Bern und im Aargau gleich wie in Solothurn 30 Franken, in Zürich 36 Franken und in den beiden Basel 40 Franken.

Grössere Unterschiede gibt es bei der Beantragung sowie beim Ausstellen des Lernfahrausweises. Einige Kantone berechnen beide Dienstleistungen einzeln, manche beide zusammen und andere nur eine. In Solothurn kostet der Lernfahrausweis 60 Franken. In Basel-Stadt werden 90 Franken, in Baselland 105 Franken und in Bern 70 Franken in Rechnung gestellt. In Zürich betragen die Kosten für den Lernfahrausweis 40 Franken, im Aargau gar nur 20 Franken.

Fahrstunden sind entscheidend

Den mit Abstand grössten Einfluss auf die Höhe der Gesamtrechnung haben aber die Fahrstunden. Die durchschnittliche Anzahl und der Durchschnittspreis variieren von Kanton zu Kanton stark. Solothurn hat im kantonalen Vergleich mit circa 20 Fahrstunden (Kosten pro Stunde betragen im Schnitt 85 Franken), die ein Fahrschüler bis zur praktischen Prüfung üblicherweise benötigt, eine sehr tiefe Rate. In den beiden Basel sind Schüler erst nach 32 Fahrstunden prüfungsreif und zahlen für jede einzelne davon circa 90 Franken.

«Die Anzahl Fahrstunden pro Lernfahrer ist sehr unterschiedlich», erklärt Urs Röthlisberger, Präsident vom Kantonal-Bernischen Autofahrlehrer-Verband. Im Schnitt komme ein Berner Schüler auf 25 Lektionen, diese würden zwischen 75 und 90 Franken kosten. Röthlisberger betont aber auch, dass die Qualität der Fahrschule entscheidend sei, nicht der Preis. «Die Billigste muss nicht die Beste sein.»

Eine grosse Spannbreite gibt es im Aargau: zwischen 25 und 45 Fahrstunden hat ein Fahrschüler dort nötig. Pro Stunde muss er zwischen 80 und 95 Franken hinblättern.

Die teuersten Fahrstunden gibt es in Zürich: um die 100 Franken werden dort jeweils verlangt. Die Rechnung kommt die Zürcher Lernfahrer auch deshalb teuer zu stehen, brauchen sie doch durchschnittlich zwischen 30 und 40 Fahrstunden bis zur Autoprüfung.

Verschiedenste Gebühren sind zu bezahlen

Die Preise für den obligatorischen Verkehrskundekurs (Solothurn: 220 Franken) hängen vom jeweiligen Fahrlehrer ab. In allen verglichenen Kantonen verlangen die meisten etwas mehr als 200 Franken, manche bieten aber auch ein Schnäppchen für 120 bis 130 Franken an.

Für die praktische Fahrprüfung muss mit rund 125 Franken in allen Kantonen ein ähnlicher Betrag beglichen werden. Und auch die Kosten für die beiden Weiterbildungskurse sind fast überall deckungsgleich und belaufen sich auf 340 respektive 370 oder 390 Franken.

Wird die Prüfung bestanden, wird der Führerausweis auf Probe ausgestellt. Auch dies muss der Neulenker berappen: in Solothurn mit 50 Franken, im Aargau und in Zürich mit 35 Franken, in Bern mit 45 Franken und in den beiden Basel gar mit 75 Franken.

Gute Fahrausbildung ist lebenswichtig

Im Zusammenhang mit den neuen Verkehrsteilnehmern weist Marco D'Amico, Präsident des Fahrlehrerverbandes Basel, auf erschütternde Tatsachen hin: «In der Schweiz gibt es jährlich 300 Verkehrstote und 4500 Schwerverletzte. Jeder zweite Neulenker ist in einen Verkehrsunfall verwickelt.» Deshalb fordert er mehr Beachtung für die Ausbildung zum Fahrzeuglenker. «Nicht um den Fahrlehrern mehr Geld einzubringen, sondern für die Verkehrssicherheit», meint er.

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