Street Art
Solothurner Künstler malt Zürcher Silhouette aus Koks

Er wolle damit auf den hohen Kokainkonsum in Zürich aufmerksam machen, sagt der Solothurner Künstler Onur Dinc. Nun stellt er das Werk in Zürich aus. Doch woher hat er eigentlich die Drogen?

Philipp Dahm
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Das aus Kokain gemalte Bild von Zürich.

Das aus Kokain gemalte Bild von Zürich.

Onur Dinc

Onur Dinc ist nicht gerade der klassische Künstler. Seine Arbeit wird auf Neudeutsch gern «Street Art» genannt: Der 35-jährige Solothurner hat schon mit Kool Savas gearbeitet, Wände mit grossformatigen Gemälden überzogen und fotorealistische Bilder gemalt. Und eigentlich hat der Solothurner in einer Werbeagentur Grafikdesign gelernt.

Ist es also wirklich verwunderlich, dass Onur Dinc jetzt Gemälde aus Kokain angefertigt hat?

Kunst in der Entstehung

Kunst in der Entstehung

Onur Dinc

Mitnichten!

Nicht weil alle Werber ohnehin Kokser wären – oder etwa alle (Street-Art-)Künstler. Dinc wird angesichts des Themas mit Medieninteresse gerechnet haben und hat gleichzeitig eine Botschaft für deren Publikum parat. Der deutschen Website «Urban Shit» erklärt er sein Vorgehen folgendermassen:

«Ich wollte ein sehr prüdes Kunstwerk malen, das wie ein Klassiker aussieht, den man in Grosis Wohnzimmer findet. Die Arbeit bekommt seine Botschaft erst, wenn du weisst, was ich in die Farbe gemischt habe.»

Corpus Delicti.

Corpus Delicti.

Onur Dinc

Das so entstandene Werk heisst «Snowing in Zurich» und ist in der Berner «Soon»-Gallerie zu sehen. Schon seit dem 10. Januar, weiss der «Blick». Und bemerkt «Probleme mit der Polizei gab es offenbar noch nicht».

Woher die Drogen kommen, sagt der Künstler allerdings nicht.