Tarife
Solothurner kommen in Sachen Notfalleinsätze günstig weg

Solothurner Notfallpatienten fahren günstig: Die Rettungsdienste im Kanton verrechnen ihnen nämlich sehr tiefe Tarife. Dies zeigt eine veröffentlichte Erhebung des Schweizer Preisüberwachers.

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Die Tarife für Notfalleinsätze sind unterschiedlich (Symbolbild)

Die Tarife für Notfalleinsätze sind unterschiedlich (Symbolbild)

Nadja Rohner

Er hat die verrechneten Tarife der Rettungsdienste unter die Lupe genommen. 745 Franken kostet demnach im Kanton Solothurn ein «Notfalleinsatz mit Beeinträchtigung der Vitalfunktion ohne Notarzt». Das ist laut Preisüberwacher der viertgünstigste Einsatztarif. Der höchste Tarif wird im Kanton St. Gallen verrechnet. Dort kann ein Einsatz bis zu 1461 Franken kosten.

Der Durchschnitt über die Rettungsdienste beträgt 951 Franken. Wird ein Notarzt hinzugezogen, ist der Kanton Solothurn im Vergleich ebenfalls günstig positioniert, ebenso bei medizinischen Transporten auf Vorbestellung.

«Es zeigt sich, dass die Streuung der verrechneten Preise sehr gross ist», hält der Preisüberwacher fest. Für ihn ist es störend, dass «identische Leistungen der Grundversicherung mit stark voneinander abweichenden Tarifen abgerechnet werden.» Deshalb empfiehlt er den Aufbau einer nationalen Tarifstruktur. Die teuersten Rettungsdienste will er zudem näher untersuchen.
Gemäss der Krankenpflege-Leistungsverordnung müssen Versicherungen 50 Prozent der Rettungskosten übernehmen, jedoch maximal 5000 Franken jährlich.

Kanton zahlt Sockelbeitrag

In die Berechnungen hat der Preisüberwacher die Rettungsdienste der Solothurner Spitäler mit Standorten in Olten, Solothurn und Balsthal sowie den eigenständigen Grenchner Rettungsdienst einbezogen. Ausgegangen wurde von einem 70-minütigen Einsatz mit 50 Kilometern Weg und zwei Einsatzpersonen. Nicht einbezogen hat der Preisüberwacher, inwieweit das Subventionsverhalten der öffentlichen Hand die Höhe der Preise beeinflusst. Die Solothurner Spitäler AG werden gemäss Leistungsauftrag vom Kanton jährlich mit 9,5 Mio. Franken entschädigt.

Damit müssen sie den Rettungsdienst im Kanton garantieren sowie die Mitarbeit in der Alarmzentrale, vorgelagerte Dienste und die Vorsorge für ausserordentliche Ereignisse finanzieren. Dass dies Auswirkungen hat, zeigt sich etwa am Grenchner Rettungsdienst. Dieser verrechnet laut Preisüberwacher nämlich unterschiedliche Tarife - je nachdem, ob er in Grenchen oder ins benachbarte Bernbiet ausrückt. (lfh)