Ein Veteran, der bereits seinen 165. Jahrgang zählt, hiess er doch vormals «Sankt-Ursen-Kalender». Herausgegeben vom Solothurner Rothus Verlag in der Vorstadt hüpfen Verleger Peter Lukas Meier und sein Autoren-Team von einem spannenden Thema zum andern und verschachteln sie unter sich zu einer auch optisch gelungenen Melange. So zieht sich der Weissensteinschwinget inklusive seiner Spezialdisziplin, dem Steinstossen, quasi als Fil rouge durch den Kalender. Breiten Raum nehmen einmal mehr lokalhistorische Themen ein: Der «Background» zum aktuellen Neubau des Bürgerspitals – notabene der fünfte Spitalneubau in Solothurn seit dem Mittelalter – wird ebenso beleuchtet wie die wechselhafte Geschichte des Gasthofs und Hotels Krone, dieses Jahr als «La Couronne» in neuem Glanz erstanden. Ein kleiner Schönheitsfehler hat sich allerdings in diesem Kapitel eingeschlichen: Zwei historische Ansichten wurden vom 19. ins 20. Jahrhundert verlegt.

Erfrischende Zwillinge

Ein eher unbekanntes Kapitel Stadtgeschichte wird mit der Entwicklung der Buchhandlung Lüthy zum heute grössten familiengeführten Buchhandlungs-Unternehmen der Schweiz aufgeschlagen. Das Geschäft ist seit 1838 überliefert, ging jedoch erst 1898 an die Familie Lüthy über, als die damalige Besitzerin Sophie Jent-Reinert das Geschäft ihrem ehemaligen Lehrling Adolf Lüthy anvertraute. Ein Interview mit der heutigen Geschäftsführerin von «Lüthy Balmer Stocker», Simone Lüthy, rundet die umfassende Hintergrund-Reportage ab. Einen erfrischenden Kontrapunkt setzt das Porträt der Zwillinge Miriam und Olivia Ritler und ihres besonderen beruflichen Umfeldes. Etwas weiter spannt der Kalender den Bogen dann zum Musikautomaten-Museum in Seewen oder zur Wolfsschlucht im Thal. Und natürlich nicht fehlen darf das eigentliche Kalendarium mit dem «Hundertjährigen», den astronomischen Be- obachtungen sowie eine hilfreiche Übersicht zur kantonalen Verwaltung. (ww)

Der «Solothurner Kalender», 144 Seiten, ist für 24 Franken erhältlich im Buchhandel oder im Rothus Verlag Solothurn.