Starrkirch-Wil
Solothurner Justiz wegen Kinderschänder in der Kritik: «Das ist ein Skandal, was hier läuft»

Zwei Jahre nach seiner Freilassung soll sich der Kinderschänder von Starrkirch-Wil William W. erneut an einem Kind vergangen haben. Nun wird massive Kritik an der Solothurner Justiz laut.

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Es ist ein Albtraum für die Solothurner Justiz: Vor zwei Jahren kam der verurteilte Kinderschänder William W. frei, obwohl ihm ein Gutachten hohe Rückfallgefahr attestierte. Nun soll er sich erneut an einem Kind vergangen haben und wieder in Polizeigewahrsam befinden.

«Es ist ein Skandal, was hier läuft», sagt SVP-Nationalrat Christian Imark gegenüber «Tele M1». «Urteilt man nach gesundem Menschenverstand, müsste so ein Straftäter spätestens nach der sechsten Kinderschändung lebenslang verwahrt werden – und die Solothurner Justiz macht einfach nichts.»

Betroffen reagiert auch SP-Nationalrätin Bea Heim. In ihrem Dorf Starrkirch-Wil hat W. 2006 die damals achtjährige Selina sexuell missbraucht. Dies, nachdem er bereits in fünf Fällen wegen Kinderschändung verurteilt und wieder freigelassen worden war. «Es geht um den Schutz der Kinder und ich sehe kein anderes Instrument als die Verwahrung», sagt sie. Die Vergangenheit zeige, dass weder Bewährungshilfe noch eine elektronische Fussfessel weitere Missbräuche verhindern könne. «Man hat ihn auf Risiko freigelassen – das ist unverantwortlich.»

Weil er nach 239 Therapiestunden als untherapierbar galt und eine rechtliche Grundlage für eine Haftverlängerung fehlte, wurde W. 2016 freigelassen. Die Solothurner Behörden beantragten zwar eine nachträgliche Verwahrung, die Staatsanwaltschaft liess das Verfahren jedoch ein Jahr lang sistieren. Die Behörden blieben untätig.

SVP-Nationalrätin Natalie Rickli fordert nun Konsequenzen: «Die zuständige Parlamentskommission in Solothurn muss den Fall untersuchen.»