Fulenbach
Solothurner Jugendmusik-Ensembles sind «wettbewerbsgeil»

Zum ersten Mal wurde am Wochenende in Fulenbach das kantonale Jugendmusikfest ausgetragen. Am Ende gab es viel Lob für die Jugendmusikkorps.

Urs Huber
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Die Wood Winds Mümliswil unter der Leitung von Marco Nussbaumer gewannen in der Kategorie Bläserensemble -1
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Jugendmusik Holderbank.
Musikschule Bucheggberg.
Esther Gassler.
Marschmusikparade: Wind Band aus Biberist...
...Junior Brass Aedermannsdorf...
Erstes Solothurner Jugendmusikfest
...Young Harmonists Balsthal...
Volles Haus am Mittag: Gut 600 Menüs wurden unter die Leute gebracht.

Die Wood Winds Mümliswil unter der Leitung von Marco Nussbaumer gewannen in der Kategorie Bläserensemble -1

Bruno Kissling

Soviel gleich zu Beginn: Es gab zum Ende des ersten kantonalen Jugendmusikfestes Lob von allen Seiten für alle Seiten: Ein solches an die Adresse der Jugendmusikensembles für deren erfrischendes Musizieren, ein Lob an die Adresse der Organisation für die tadellose Arbeit und es gab Lob für den Solothurnischen Blasmusikverband (SOBV), der den Anlass überhaupt erst ins Leben gerufen hat. Dessen Präsident, Ueli Nussbaumer, versprach denn vor der Rangverkündigung auch, alles daran zu setzen, damit das Fest eine Zweitauflage erlebe. Im Übrigen brachte Nussbaumer die Sache auf den Punkt: Seiner Beobachtung nach seien die Jugendmusikensembles «wettbewerbsgeil». Und das sei gut so. «Das war Spitze – bravo!», rief Nussbaumer in die Festhalle.

Etwas sanftere Töne schlug die Festrednerin, Regierungsrätin Esther Gassler an. Sie hob die soziale Bedeutung der Musik hervor und bezeichnete das gemeinsame Musizieren als Lebensschule, bei der man nicht immer die erste Geige spielen und aus Fehlern lernen könne.

Dann gabs Geschnetzeltes, Reis und Gemüse in der Festhalle für die hungrigen Besucher. 600 Portionen würden bereitgestellt, so Urs Bitterli, Verantwortlicher der Festwirtschaft. In Windeseile waren die Menüs geschöpft und verteilt. «Zu Beginn eines solchen Festes harzt es gelegentlich, aber mit der Zeit spielt sich vieles ein», weiss Bitterli, dem über die beiden Festtage an die 100 Mitwirkende zur Seite standen. Die speditive Abwicklung der Verpflegung am gestrigen Sonntag – unter den Klängen der deutschen Gäste aus Kisslegg – gab ihm recht.

Erneut viel Publikum

Auch wenn der Zuhörerstrom am gestrigen Sonntag etwas unter jenem vom Samstag zurückblieb: Die Jugendbands erfreuen sich grösster Beliebtheit. Ein Vater aus Lommiswil war angereist, um seinen Sohn hören zu können. «Ja, das mache ich eigentlich bei jedem seiner Auftritte», so der Mann, der anonym bleiben wollte. Es sei schön, ihm bei seinem Hobby zusehen zu können. Das dachten sich auch viele andere Eltern, Verwandte, Bekannte und Blasmusikliebhaber.

Während vier Stunden konzertierten elf Formationen um die Gunst der Jury. Vielleicht besonders erwähnenswert: der Auftritt der Young Brass Players aus Wisen. Die noch nicht mal zwei Handvoll Kinder spielten sich in die Herzen des Publikums. Dass da und dort ein «Schlirgg» herauszuhören war – egal. Die Freude im Ensemble war gross.

Freude ist auch für Michael Stalder, Leiter des Jugendensembles Hägendorf-Rickenbach, zentrales Element. «Jeder gibt sein Bestes und hat hier in Fulenbach noch Gelegenheit, mal andere Formationen spielen zu sehen. Wissen Sie, eine gewisse Perfektion ist in Ordnung, aber das Motto muss lauten: spielen und spielen lassen. Nur Wettbewerb, das ist nichts», meint er, der vom Neunjährigen bis hin zum Mündigen alle Altersregister in der Formation weiss.

Freunde ist auch für Nathalie Heutschi eine bestimmende Facette. Seit rund 6 Jahren spielt sie in der Jugendmusik Härkingen-Neuendorf. «Das Besondere eines solchen Tages sind die Begegnungen mit andern Musikanten, die man vom Lager her kennt.» Vom Auftritt ihres Korps ist sie befriedigt: «Ich glaube, der war ganz in Ordnung; so lange mans gut untereinander hat, stimmts sowieso.»

Wow – handgemacht?

Neben einem kleinen Rummelplatz zur Zerstreuung gabs für die Musikinteressierten noch eine Instrumentenausstellung zu besehen. «Am meisten Fragen stellen die Jüngeren», so Instrumentenbauer und Geschäftsinhaber von Klassodern, Robert Flück. «Sie wollen Dinge wissen über die Herstellung einer Trompete und zum Preis», lacht er. «Und auch, ob das Instrument auch wirklich handgemacht ist.»

Beim Veteranenapéro kurz nach 14.30 Uhr spielte dann eine der Siegerformationen vom Samstag, die Jugendmusik Aaregäu, noch einmal auf, ehe das über 60-köpfige Veteranenspiel des SOBV zum satten Unterhaltungsprogramm mit diversen Soloparts ansetzte. Zum Finale dann wie üblich – die Rangverkündigung. Den Grossen gleich trugen die siegreichen Jungmusikanten ihre Coachs und Dirigenten auf Schultern durch die Festhalle. Freude herrscht!