Geschäftsbericht

Solothurner IV hat weniger Erfolg bei Eingliederungen

Die IV-Stelle Solothurn stellt ihren Geschäftsbericht vor.

Die IV-Stelle Solothurn stellt ihren Geschäftsbericht vor.

2016 sank nicht nur die Zahl der zugesprochenen Renten, es wurden auch mehr potenzielle Missbrauchsfälle gemeldet.

Wer aus gesundheitlichen Gründen im Arbeitsleben strauchelt, soll Unterstützung bekommen, um sich in der Berufswelt halten zu können. Die Eingliederung gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Invalidenversicherung. Im Jahr 2015 kletterte die Eingliederungsquote im Kanton Solothurn auf über 60 Prozent – in sechs von zehn Fällen gelang demnach die Eingliederung, wobei der Arbeitsplatzerhalt ebenso in diese Kategorie fällt wie etwa Neuanstellungen.

Auf den Anstieg folgt jedoch der Rückgang: Im vergangenen Jahr ist die Eingliederungsquote auf 56 Prozent zurückgefallen, wie die IV-Stelle Solothurn in ihrem soeben veröffentlichten Jahresbericht schreibt. Darin spiegelten sich die Folgen des «Frankenschocks», heisst es: «Interessierte und engagierte Arbeitgeber verhielten sich zurückhaltender und boten unseren Versicherten weniger Möglichkeiten für Arbeitsversuche und Festanstellungen.» Auf Anfrage gibt Pia Wälti, Kommunikationschefin der IV-Stelle, allerdings Entwarnung: «Die Situation hat sich in den nachfolgenden Monaten beruhigt.» Demnach stehen die Zeichen gut, dass die Eingliederungsquote wieder ansteigen wird.

Weniger Früherfassungen

Ebenfalls abgenommen hat die Zahl der Früherfassungsmeldungen. Im vergangenen Jahr gingen bei der IV-Stelle insgesamt 579 entsprechende Meldungen ein, im Vorjahr waren es noch deren 628. Dies entspreche dem Durchschnitt der letzten Jahre. Der grösste Teil der Meldungen (313) kam von den betroffenen Personen selbst. Arbeitgeber meldeten 136 und behandelnde Ärzte 67 Personen. Bei einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als 30 Tagen oder bei wiederholten Kurzabsenzen sollte eine Meldung zur Früherfassung erfolgen.

Nachdem die Zahl der zugesprochenen Renten in den vergangenen zwei Jahren einen Aufwärtstrend verzeichnete, hat sich diese nun ungefähr auf dem Stand von 2014 eingependelt. Dies entspreche der schweizweiten Entwicklung, so die IV-Stelle. 2016 wurden 636 Renten neu zugesprochen, im Vorjahr waren es deren 728.

Verdacht auf Missbrauch

Erfolge vermeldet die IV-Stelle bei der Aufdeckung von versuchtem oder vollendetem Versicherungsmissbrauch. Hochgerechnet habe man dadurch über fünf Millionen Franken einsparen können. Im Jahr 2016 gingen 107 entsprechende Meldungen ein (2015: 89). Derzeit befinden sich rund 100 Fälle in laufender Überprüfung.

Nicht immer führen Meldungen zu einer vertieften Überprüfung, hält die IV-Stelle fest. «Es gilt zu bedenken, dass beispielsweise Personen, welche eine Rente aufgrund einer psychischen Einschränkung beziehen, trotzdem in der Lage sind, körperliche Tätigkeiten auszuüben. Ebenso könnten Personen, die eine Teilrente beziehen, immer noch einer Erwerbstätigkeit nachgehen. (sva)

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