Langsam aber sicher hält der Herbst Einzug und mit ihm wird auch die Traubenernte fällig. Die Besitzer der Reben in der Region werden bald schon Wein in ihren Kellern haben. Sie alle sind zufrieden mit den heurigen Trauben. Urs Siegrist, Präsident des Rebbauvereins Bachtelen in Grenchen, freut sich über eine gute Ernte. Was die Qualität der Früchte betrifft, ist der Hobby-Winzer zufrieden.

Laut ihm könnte der diesjährige Wein sogar der Jahrhundert-Jahrgang werden, die Voraussetzungen dafür seien durchaus gegeben. «Für eine gute Qualität ist gutes Wetter – also viel Sonne, aber doch ab und zu ein bisschen Regen – notwendig. Weiter wichtig ist natürlich die Gesundheit der Pflanzen.» All diese Kriterien waren für den «Bachteler» dieses Jahr erfüllt. Es habe kaum Fäule und Mehltau gegeben und die Wespen waren durch die reiche Obsternte abgelenkt. 82 Grad Oechsle hat Vereinsmitglied Rolf Neuenschwander beim Riesling × Silvaner gemessen.

Die sechs Vereinsmitglieder plus vier weitere Helfer brachten somit am letzten Freitagvormittag die Ernte der weissen Sorte ein – fast drei Wochen früher als sonst. Der Südhang auf dem Areal des Kinderheims gibt im Schnitt 400 Liter Weisswein. Heuer werden es rund 260 Liter mehr werden. Die Bachteler Winzer gehören zu den wenigen Hobby-Rebbauern, welche ihren Wein auch selber keltern. Der Rotwein der Sorte Blauburgunder wird in etwa zwei Wochen reif sein.

Über 500 Flaschen soll es geben

Ruedi von Arx ist pensionierter Hobby-Weinbauer in Oensingen. Auf gut 500 Quadratmetern Südhang pflegt er 360 Rebstöcke der Sorte Regent. «Das ist eine frühe Sorte, deshalb sind wir bereits fertig mit der Lese.» Von Arx ist mit der Ernte mehr als glücklich. «Wir haben sehr gesunde Trauben geerntet und hatten weder mit Pilzbefall noch mit Schädlingen zu kämpfen.» Ein Beweis für die super Qualität der Trauben sei die Dauer der Lese. «Zu zwölft haben wir innerhalb von zwei Stunden alles geerntet. Wir waren so schnell fertig, weil kaum eine Traube gesäubert werden musste.» Insgesamt ernteten von Arx und seine Helfer ungefähr 570 Kilogramm Trauben.

Auffällig hoch sei dieses Jahr der Oechsle-Wert. «Normalerweise liegt der Spitzenwert bei der Sorte Regent bei 85 Grad Oechsle, dieses Jahr habe ich sogar 95 gemessen.» Die Arbeit des Hobby-Weinbauers ist nun getan. Die weiteren Arbeitsschritte bis hin zum Wein übernehme der Winzer Adrian Klötzli aus Twann. Dort am Bielersee werden von Arx’ Trauben jetzt zu Wein weiterverarbeitet. Dieser freut sich auf das Produkt. «Ein so gutes Jahr hatte ich noch nie, das gibt bestimmt sehr guten Wein.»

«Alles ging Schlag auf Schlag»

Wie es um den Schlössli Wy aus dem Bucheggberg steht, weiss Robert Flückiger. Er ist der Präsident der Rebbaugenossenschaft Kibberg Schlössli. Diese baut beim Schloss Buchegg auf einer Fläche von 27 Aren drei Rebsorten an. «Wir produzieren einen Weisswein der Sorte Réselles und zwei Rotweine der Sorten Cabernet Jura und Regent.» Im Schnitt komme man auf 1200 Flaschen Wein pro Jahr. Flückiger hofft aber, dass es dieses Jahr um die 1500 Flaschen gibt. Es sei ausserdem ein schnelles Jahr, denn die Traubenlese erfolgt rund zwei Wochen früher als in einem durchschnittlichen Jahr.

Auch auf dem Weingut der Bürgergemeinde Solothurn in Le Landeron sprossen die Trauben dieses Jahr mit einer enormen Geschwindigkeit. Betriebsleiter Christoph Kaser berichtet: «Wir sind ungefähr drei Wochen früher dran als in einem normalen Jahr.» Die Ernte beginne diese Woche mit der Sorte Sauvignon Blanc. Auch das Solothurner Weingut kann nicht klagen. Ausser einer kurzen Phase, in der die Pflanzen aufgrund von hoher Luftfeuchtigkeit von Mehltau betroffen waren, seien die Rebstöcke durchweg gesund gewesen und es konnten qualitativ gute Trauben heranwachsen. «Sehr speziell ist dieses Jahr, dass alles so schnell gegangen ist. Alles ging Schlag auf Schlag. So verkürzt sich die ganze Saison.»