Abstimmung
Solothurner Handelskammer sagt Ja zum Lehrplan 21

Die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte ist ein zentraler Standortfaktor einer Wirtschaftsregion. Deshalb steht der Handelskammer-Vorstand mehrheitlich hinter der Einführung des Lehrplans 21 im Kanton.

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Die Solothurner Handelskammer spricht sich gegen die Initiative aus. (Symbolbild)

Die Solothurner Handelskammer spricht sich gegen die Initiative aus. (Symbolbild)

Felix Gerber

Die Solothurnische Handelskammer teilt mit, dass sie den Lehrplan 21 unterstützt und deswegen gegen die Initiative «Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21» empfiehlt. Mit 14 zu 4 Stimmen bei 5 Enthaltungen steht sie mehrheitlich hinter der Einführung des Lehrplans.

«Der aktuelle Lehrplan des Kantons Solothurn stammt aus dem Jahre 1992. Damit unsere Volksschule mit den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen Schritt halten und einen zeitgemässen Unterricht bieten kann, müssen auch die Lerninhalte und Lehrmethoden aktualisiert werden», teilt die Handelskammer mit.

Der Lehrplan 21 würde den Solothurner Jugendlichen den Übergang in weiterführende Schulen und in die Berufswelt erleichtern und ihnen die gleichen Voraussetzungen bieten, die Jugendliche aus anderen Kantonen erhalten, so die Medienmitteilung. «Aufgrund seiner zentralen Lage und der geografisch unterschiedlich ausgerichteten Wirtschaftsräume ist der Kanton Solothurn auf eine interkantonale Abstimmung der Lehrpläne besonders angewiesen.»

Ausserdem würde mit den Leistungszielen, die neu als Kommpetenzen definiert werden, nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch die Anwendung dessen erlernt. Dies ist laut Handelskammer ein wichtiger Erfolgsfaktor, um später in der Berufswelt erfolgreich zu sein.

Auch befürwortet die Solothurner Handelskammer den Ausbau der MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. «Mit der Digitalisierung, der Entwicklung der Technik und der Automatisierung werden diese Kompetenzen ein unerlässliches Rüstzeug, um den Berufsalltag der Zukunft bewältigen zu können.»

Schlanke und praxisorientierte Umsetzung

Die Solothurner Handelskammer wünscht sich, dass auf die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen ein besonderes Augenmerk zu richten ist. Denn: «Sammelfächer wie Physik, Biologie und Chemie sind anspruchsvoll zu unterrichten. Zahlreiche Kompetenzen sind zu erlernen.» Ausserdem soll keine zusätzliche bürokratische Belastung der Lehrkräfte und Schulleitungen entstehen.

Auch als problematisch empfindet die Solothurner Handelskammer Passagen, «wo der Konsum, der Wohlstand und der Fortschritt negativ gewertet werden.» (naj)