Euro Skills

Solothurner gipst in Budapest um den Europameister-Titel

Will alles geben: Philippe Bütschi.

Will alles geben: Philippe Bütschi.

Der Gipser Philippe Bütschi reist am Montag zur Europameisterschaft der Berufe. Vor zwei Jahren gewann er an den Swiss-Skills die Silbermedaille.

Der 22-jährige Philippe Bütschi ist gelernter Gipser-Trockenbauer und arbeitet in der Gipserei Daniel von Burg in Biberist. Dort hat er schon seine Lehre absolviert. Der Gipserberuf ist seine Leidenschaft, dies zeigen seine Erfolge: Nachdem er 2016 bereits an den Swiss Skills teilgenommen und die Silbermedaille geholt hat, reist der Koppiger am Montag nach Budapest, um dort die Euro Skills zu bestreiten.

Bütschi erklärt, wie seine Karriere als Gipser angefangen hat: «Ich wollte eigentlich nur Geld verdienen in den Ferien. Ein Bekannter meiner Familie hat mir dann einen Ferienjob als Gipser ermöglicht, da er Inhaber eines Gipsergeschäfts ist.» Die Arbeit habe ihm sofort sehr gefallen. Zunächst habe er noch Bäcker werden wollen, aber schliesslich sei die Entscheidung dann doch auf Gipser gefallen und er habe die Lehre bei Daniel von Burg begonnen.

Dank seiner guten Abschlussnoten hat er sich für die Swiss Skills qualifiziert und dort den zweiten Platz belegt. «Dieser war das Ticket für die Euro Skills 2018 in Budapest.» Bütschi hat sich so gut wie nur möglich darauf vorbereitet und viel trainiert, die Euro Skills können beginnen.

Der 22-Jährige fliegt heute als Teil des achtköpfigen Schweizer Teams, das an den Euro Skills antreten wird, in die Hauptstadt Ungarns. Von der Stadt selbst werde er aber nicht viel sehen. «Nach der Ankunft heute Montag bereiten wir uns am Dienstag auf den Wettkampf vor, der dann von Mittwoch bis Freitag stattfindet. Darauf folgen am Samstag die Rangverkündigungen. Die Heimreise treten wir am Sonntag an.» Ein straffes Programm.

«Ich habe noch immer Spass»

Auf die Frage, wie er sich denn fühle so kurz vor dem Wettkampf, antwortet Bütschi: «Ich bin schon angespannt, aber ich fühle mich gut vorbereitet und werde in Budapest versuchen, das abzurufen, was ich im Training und auch sonst gelernt habe.» Ein Trainer wurde ihm vom Verband zugestellt, dieser wird als Betreuer und Experte ebenfalls mit nach Ungarn reisen. «Er wird mich betreuen und die Gipser aus den anderen Ländern – also meine Konkurrentinnen und Konkurrenten – bewerten.»

Eine Einschätzung, wie gut er abschneiden werde, sei schwer zu machen. «Ich kenne die Konkurrenz nicht, aber ich denke, Chancen auf eine Medaille bestehen schon.» Ihm sei einfach wichtig, dass er die Freude an seinem Beruf nicht verliere. «Das sage ich allen immer, sie sollen auch während des Wettbewerbs den Spass an der Arbeit nicht verlieren. Ich habe so hart trainiert und viel Freizeit in die Vorbereitungen investiert und trotzdem habe ich noch immer Spass und führe meine Arbeit mit Leidenschaft aus.» Wichtig in der anstrengenden Vorbereitungszeit sei seine Familie gewesen, diese habe ihn mental und auch in allen anderen Belangen stets unterstützt, ebenso seine Freunde und sein Lehrbetrieb und jetziger Arbeitgeber.

Nach den Euro Skills werde er sich erst einmal erholen. «Es wäre schön, einfach normal zu arbeiten, ohne irgendeinen Wettkampf im Hinterkopf zu haben und ganz ohne Druck.» Dann werde er sich Gedanken über eine Weiterbildung machen. In welche Richtung diese gehen werde, könne er noch nicht sagen. «Ich lasse mir alle Türen offen und bin gespannt, was die Zukunft für mich bereithält.»

An den Euro Skills nehmen 519 junge Erwachsene aus insgesamt 30 Nationen teil. Sie vertreten gemeinsam 40 Berufe. Die Teilnehmer sind alle jünger als 25 Jahre und dürfen nur einmal an den Euro Skills antreten. Der Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt und wird heuer das erste Mal in einem osteuropäischen Land ausgetragen.

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