Mit der Gesetzesinitiative sollen bewährte Eckwerte für Lehrpläne im kantonalen Volksschulgesetz und mehr Demokratie für allfällige zukünftige harmonisierte Lehrpläne erreicht werden, wie das Komitee am Mittwoch vor den Medien in Olten mitteilte.

Dem Initiativkomitee gehören unter anderem die Kantonsräte René Steiner (EVP), Peter Brotschi (CVP), Nicole Hirt (Grünliberale) sowie Beat Künzli und Roberto Conti (SVP) an.

Sie möchten, dass im Volksschulgesetz Bildungspläne formuliert werden, die Jahrgangsziele für jedes einzelne Schuljahr der Primarschule festlegen. Für die Sekundarschule sollen unter anderem die Fächer Geschichte, Geographie, Biologie, Physik und Chemie dazu gehören.

"Die Bildungspläne für die Primar- und Sekundarschule bauen auf Inhalten (Wissen) auf", wie es im Initiativtext weiter heisst. Interkantonale harmonisierte Bildungspläne sollen nur eingeführt werden können, wenn der Kantonsrat diesen zustimmt.

Gegen "ideologisches Monstrum"

Die Bildungsbürokratie habe mit dem Lehrplan 21 ein "praxisuntaugliches und ideologisches Monstrum" geschaffen, das den Lernstoff in Tausende von sogenannten Kompetenzstufen zerhacke, hält das Komitee fest. Die "unnötige Reform" würde die Volksschule umkrempeln. Auch löse der Lehrplan 21 unnötige Kosten aus.

Damit im Kanton Solothurn eine Initiative zustande kommt, müssen innerhalb von 18 Monaten mindestens 3000 Stimmberechtigte das Begehren unterzeichnen. Die Frist für die Sammlung beginnt am kommenden Freitag.

Widerstand in mehreren Kantonen

Auch in anderen Kantonen regt sich Widerstand gegen den neuen Lehrplan. In mehreren Kantonen wurden Initiativen lanciert oder sind in Vorbereitung, unter anderem in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, St. Gallen und Zürich. Mitte Dezember wurde im Kanton Schwyz die Initiative "Nein zum Lehrplan 21" mit 3038 Unterschriften bei der Staatskanzlei eingereicht.

Der Lehrplan 21 war im November von der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz zur Einführung freigegeben worden. Basel-Stadt will ihn als erster Kanton 2015 implementieren. Die meisten übrigen Kantone planen die Einführung im Sommer 2017.

Der Lehrplan 21 geht auf eine eidgenössische Volksabstimmung aus dem Jahr 2006 zurück. Damals sprachen sich eine Mehrheit der Stimmberechtigten für eine Harmonisierung der Schulen aus.