Der Wille, unbenötigte Waffen zu Hause aufzubewahren, nimmt offensichtlich ab. 368 Stück sind 2012 freiwillig bei der Kantonspolizei abgegeben worden. 2010 waren es dagegen 263, wie die Kapo gestern in einem Communiqué mitteilte.

Unklar ist, ob damit auch die Gesamtzahl der Waffen im Kanton abgenommen hat. 19000 sind registriert. Hinzu kommen unregistrierte Revolver, Karabiner, Gewehre etc. Wie viele es sind, ist nicht bekannt. Schweizweit reichen die Schätzungen von einigen Hunderttausend bis in die Millionen (vgl. Kasten rechts).

«Das alte Waffenrecht wirkt bis heute nach und führt dazu, dass nach wie vor sehr viele Waffen nicht registriert sind», sagt Kapo-Medienchef Andreas Mock. Denn erst seit der Verschärfung des Waffengesetzes Ende 2008 müssen gewisse Waffen überhaupt registriert werden. Nicht alle sind nachgemeldet worden. «Allenfalls werden sie im Zuge von Ermittlungen festgestellt und dann unverzüglich sichergestellt», sagt Mock. Jüngstes Beispiel ist der Fall eines Biberister Ehepaares, bei dem die Polizei im November neben einer Hanfplantage im Keller auch noch über 100, grösstenteils nicht registrierte Waffen fand.

Die Polizei entsorgt freiwillig abgegebene und sichergestellte Pistolen und Gewehre. Wie oft unregistrierte Schiessgeräte für Delikte verwendet werden, ist statistisch nicht erfasst.

4400 Personen besitzen im Kanton einen Waffenerwerbsschein. Genau erfasst ist auch, wer keine Waffen tragen darf. Das Bundesamt für Polizei führt zwei Register. 71250 Personen erhalten keine Dienstwaffe; 2113 davon leben im Kanton Solothurn. In einer zweiten Datenbank registriert das Amt den Entzug von Bewilligungen und die Beschlagnahme. 550 Solothurner sind dort aufgelistet.

Am meisten Waffen wurden im Kanton kurz nach Einführung des revidierten Waffengesetzes abgegeben. Im Februar und März 2009 kamen bei einer gezielten Einsammelaktion 431 Feuerwaffen und 260 Kilogramm Munition zusammen. Waffen können auf jedem Polizeiposten gratis abgegeben werden. Meldeformulare finden sich auf der Homepage der Polizei.