«Waffen abgeben – Missbräuche vermeiden» lautete das Thema, auf das die Kantonspolizei 2015 einen Schwerpunkt legte. Laut Mediensprecherin Melanie Schmid wurden übers ganze Jahr insgesamt 971 Schusswaffen abgegeben. Man könne deutlich eine «entsprechende Tendenz» feststellen, dass die Einwohnerinnen und Einwohner das Kanton Solothurn heute öfter Waffen abgeben als früher, so Schmid.

Die Kantonspolizei führte vergangenes Jahr an zwei Terminen freiwillige Abgabeaktionen durch. Schmid: «Für die Kantonspolizei waren diese ein Erfolg.» So seien alleine in diesem Rahmen 282 Schusswaffen, 68 Stichwaffen und mehrere tausend Schuss Munition zusammengekommen.

Von 2012 bis 2015 hat sich die Anzahl freiwillig abgegebener Waffen laut Schmid um beinahe 50 Prozent erhöht. «Unser Erachtens zeigt diese Zunahme, dass wir mit unseren gezielten Waffenabgabeaktionen einem entsprechenden Bedürfnis der Bevölkerung nachkommen», so die Mediensprecherin.

Über 20 000 registrierte Waffen

Wie die Nachfrage nach Abgabemöglichkeiten, so hat sich auch die Anzahl der gemeldeten Waffen im Kanton Solothurn erhöht. Derzeit sind 23 000 Stück bei der Kantonspolizei registriert. 2014 waren es 20 000 und 2013 noch 19 000.

Eine Waffe, die letztes Jahr gemeldet wurde, muss aber nicht zwingend 2015 neu angeschafft worden sein. Die schweizweite Meldepflicht von Waffen wurde nämlich 2008 eingeführt. So kann es sein, dass zum Beispiel eine vererbte Waffe vergangenes Jahr nachgemeldet, aber schon früher erworben wurde. Im Gegenzug muss eine Waffe, die vor 2008 gekauft wurde, bis heute nicht registriert werden. «Die Polizei kann somit nicht ermitteln, wer sie wann, von wem erworben hat», sagt Schmid.

Nichtregistrierten Objekte könnten «im Einzelfall» Ermittlungen stören, sagt Schmid. Die Einführung der Meldepflicht diene unter anderem dazu, dies zu verhindern und Untersuchungen zu erleichtern. So kann bei einer registrierten Waffe einfach der Besitzer ausfindig gemacht werden. Auch könnte vor dem Beginn eines Einsatzes abgeklärt werden, ob vor Ort möglicherweise eine Waffe im Spiel sein könnte.

Ob registriert oder nicht: «Nicht mehr erwünschte Waffen» können wahrscheinlich auch dieses Jahr «unbürokratisch und gebührenfrei» bei einer Abgabeaktion entsorgt werden. Wo und wann ist noch nicht festgelegt. Waffen können aber auch jederzeit und auf jedem Polizeiposten kostenlos abgegeben werden.