Waldschäden
Solothurner Forstbetrieben wird stärker unter die Arme gegriffen

Sturm und Trockenheit setzten dem Wald (auch) im Kanton Solothurn zu. Der Regierungsrat stellt nun zusätzliche Unterstützung für die Waldbesitzer in Aussicht, etwa bei der Bekämpfung des Borkenkäfers.

Urs Moser
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Bruno Kissling

Zuerst kam der Sturm Burglind und dann die grosse Trockenheit. Die ausserordentlichen Wetterereignisse im vergangenen Jahr haben dem Wald (auch) im Kanton Solothurn arg zugesetzt. Und natürlich den Waldbesitzern, welche die Schäden kaum allein bewältigen können. Der Kanton lancierte ein Programm zur Unterstützung von Aufforstungen und Waldweg-Sanierungen, um die 100 Projekte wurden mit 2,6 Millionen unterstützt.

Doch seit dem letzten Sommer hat sich die Situation im Solothurner Wald nicht verbessert, im Gegenteil: Die von den Revierförstern gemeldeten Schäden werden höher und höher. «Wir sind uns des Zustandes im Wald bewusst», schreibt der Regierungsrat zu einem Vorstoss der FDP-Kantonsratsfraktion, der das Thema aufgreift und Auskunft verlangt, was der Kanton zur Erhaltung eines gesunden Waldes zu unternehmen gedenkt. Es wird zusätzliche Hilfe in Aussicht gestellt. Die kantonale Gesetzgebung sieht vor, dass der Regierungsrat «Massnahmen gegen die Ursachen und Folgen von Schäden anordnet, welche die Erhaltung des Waldes gefährden können». Ein entsprechender Regierungsratsbeschluss ist nun in Vorbereitung. Details über die Art der geplanten Massnahmen und den Umfang der finanziellen Unterstützung von Forstbetrieben erfährt man noch nicht. Vorgesehen ist aber auf jeden Fall eine finanzielle Unterstützung für sogenannte Forstschutz-Massnahmen, die eine Weiterverbreitung des Borkenkäfers verhindern sollen. Weiter werde eine Unterstützung «für die Sicherheitsholzerei bei stark frequentierten Erholungseinrichtungen» in Aussicht gestellt, wie der Regierungsrat in der Antwort auf die FDP-Interpellation schreibt.

Noch ausstehend ist die Stellungnahme zu einem Auftrag der SP-Fraktion, der verbindlich eine zusätzliche finanzielle Unterstützung der Waldbesitzer für die Wiederherstellung der beschädigten Waldflächen verlangt. Aber somit dürfte klar sein, dass dieser Vorstoss offene Türen einrennt. Allerdings sieht man im Rathaus auch den Bund stärker in der Pflicht. Er beteiligt sich an Massnahmen für die Jungwaldpflege und an Fortschutz-Massnahmen, nicht aber an Wiederbewaldungen und an der Sicherheitsholzerei. Dieser Punkt müsse mit dem Bund in der nächsten Zeit «geprüft» werden, findet der Regierungsrat.

Verwendung von Holz als Baustoff fördern

Waldschäden zu beheben ist das eine, wohin mit all dem Holz ist die andere Frage. Hier dagegen engagiert sich der Bund. So ist er per Gesetz verpflichtet, bei eigenen Bauten und Anlagen «so weit geeignet» die Verwendung von nachhaltig produziertem Holz als Baustoff zu fördern. Angesichts der aktuellen Situation sei man bereit, für kantonale Bauten und Anlagen analoge Vorgaben prüfen zu lassen, lässt der Regierungsrat verlauten.
Keinen zusätzlichen Handlungsbedarf sieht er hingegen, um die Nutzung von Holz als Energieträger stärker zu fördern. Eine eben beschlossene Verordnungsänderung mit höheren Förderansätzen im Gebäudeprogramm (Ausgabe vom 10. Oktober) sieht denn hier auch keine Anpassungen vor. Verwiesen wird auch auf die Mitgliedschaft vieler Waldbesitzer im Schwarzbubenland und des Kantons bei der Raurica Wald AG, welche die Holzvermarktung im nördlichen Kantonsteil koordiniert und zum Beispiel die Holzkraftwerke in Basel beliefert. Angesichts einer steigenden Nachfrage des Marktes (weitere Kraftwerke in der Nordschweiz geplant) würden sich derzeit keine zusätzlichen Massnahmen aufdrängen.