Baselworld
Solothurner Firmen sind an der Baselworld gut vertreten

Am Donnerstag öffnete die diesjährige Uhren- und Schmuckmesse ihre Tore für Besucher aus der ganzen Welt. Unter den Ausstellern finden sich auch zahlreiche Unternehmen aus der Region Solothurn.

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Der Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri am Cover-Stand
18 Bilder
Firmen aus der Region Solothurn an der Baselworld
Stand der Solothurner Marke Roamer
Stand der Lengnauer Firma Rado
Rodania, ursprünglich in Lengnau gegründet
Simon Wyss präsentiert die Bettlacher Marke Jowissa
Spektakul$re Messe-Plaza
Winke winke, machte der Astronaut der in Biberist gefertigten Marke Luminox
Nick Hayek zeigt Bundesrätin Widmer-Schlumpf Swatch Uhren
Die neue Bahnhofsuhr von Mondaine
Mondaine-Chef André Bernheim ist stolz darauf
Eveline Widmer Schlumpf, Nick und Nayla Hayek an der Eröffnung der Uhrenmesse
Martin Schürch zeigt die neuesten Messgeräte der Firma Witschi aus Büren a
Der Basler Messeturm - er gehört der Solothurner Firma Swiss Prime Site (Olten)
Das neue Messsegebäude von Herzog und deMeuron - 220 Meter lang, 30 Meter breit und 35 Meter hoch und mit 38 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche
Baselworld - Luxus und Grosszügigkeit pur
Bundesrätin Widmer Schlumpf mit Nayla Hayek
Candino-Uhren am Stand von Festina

Der Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri am Cover-Stand

AZ

Dass die Solothurner Uhrenfirma Chrono jedes Jahr 250 000 Uhren produziert, wissen wohl nur wenige. Das inzwischen 33-jährige Unternehmen beschäftigt rund 50 Personen und wird von Stephan und Markus Ingold geführt. Hergestellt werden einerseits Swiss-Made-Uhren für Kunden, die dann von diesen unter verschiedenen Marken vertrieben werden, sowie zwei Eigenmarken.

Eine ist die vor 12 Jahren gegründete Marke Cover. Chrono gibt auf die Uhrenmesse hin erstmals ein limitiertes Sondermodell heraus. «Die Eleven ist eine Hommage an unsere Heimatstadt Solothurn», erklärt Stephan Ingold.

Die Herrenuhr mit der Nummer 11 (von insgesamt 511 Exemplaren) wurde am Freitag Stadtpräsident Kurt Fluri feierlich überreicht. Dabei konnte der Stadtpräsident auch den neuen Pavillon an prominenter Lage begutachten, in den Chrono die stolze Summe von 850 000 Fr. (inklusive Standmiete für 5 Messen) investiert hat.

Überhaupt: An der Baselworld wird geklotzt, nicht gekleckert. Das neue Messegebäude von Herzog&de Meuron kostete 430 Millionen Fr. Über 500 Millionen stecken die mondänen Marken dazu in ihre sich gegenseitig übertrumpfenden Messebauten. Eyecatcher diesmal: ein gigantisches, hinterleuchtetes Meerwasser-Aquarium bei Breitling (Grenchen).

«Irgendwie passt das nicht so ganz für uns», sagt Simon Wyss von der Bettlacher Herstellerin Jowissa angesichts dieses Gigantismus. Man hat sich deshalb, zusammen mit etlichen anderen Firmen, in einem an die Messe angrenzenden Hotel eingemietet. Die Firma mit 14 Angestellten stellt seit über 60 Jahren elegante, aber günstige Uhren her, die oft von Touristen auf der Durchreise erworben werden. Die Uhren in den charakteristischen, sich drehenden Vitrinen tragen die Design-Handschrift von Leander Wyss, dem Vater von Simon Wyss. «Unsere Stärke ist unter anderem die Modellvielfalt», betont Wyss. Augenfällig sind diese Saison die bunten Farben, sowohl bei den Uhren als auch bei den Bändern. Auch moderne Werkstoffe wie Keramik kommen zum Einsatz.

Der unbestrittene Marktführer beim Stichwort Keramik sitzt auch in der Region. Hier sind die Uhrmacher und Materialtechnologen des Lengnauer Herstellers Rado (zur Swatch Group gehörig) jeweils einen Schritt voraus. «Dank unserer 25-jährigen Erfahrung mit der Keramik-Technologie ist es uns gelungen, die Touchscreen-Technologie mit diesem leichten Hightech-Werkstoff zu verbinden», erklärt Evelyne Herzig.

Die Marketingleiterin Schweiz von Rado erläutert am Tag der Lancierung die neue Esenza Ceramic Touch: Augenfällig ist auf den ersten Blick die fehlende Krone. Der Einstellmechanismus kann durch etwa 5 Sekunden anhaltendes Berühren der 8-Uhr-Position aktiviert werden. Mit «streicheln» auf der rechten Seite der Lünette wird der Zeiger verstellt. Bemerkenswert ist, dass die Innovation zuerst bei einer Damenuhr zum Einsatz kommt.

Mondaine schliesslich treibt seine bekannte SBB-Bahnhofuhr zur Perfektion. Die neuen Modelle sind erstens etwas grösser und - «sehen Sie, der Sekundenzeiger hält jetzt auf der 12-Uhr-Position vorbildgerecht an», sagt Mondaine-Chef André Bernheim stolz. Die rote Kelle bewegt sich auch stetiger übers Zifferblatt - nur eine Stimmgabeluhr könnte das noch besser.

Die Verfeinerung der Uhrentechnologie wäre ohne präzise Messgeräte nicht möglich. Führend ist hier die Firma Witschi aus Büren a. A. Ihre Geräte messen unter anderem die Ganggenauigkeit oder ob eine Uhr auch dicht ist. Martin Schürch, Chef Marketing und Verkauf, demonstriert die neuste Generation Testgeräte. «Sie kommen jetzt mit Touch-Screen oder können per USB mit einem normalen PC verbunden werden.» Der Uhrmacher kann so neben dem Fenster mit den Messresultaten auch gleich noch die Service-Manuale auf dem Desktop einsehen.

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