Solothurner Filmtage
Nach Abgang der Direktorin: Filmtage-Präsident Geiser erklärt die Neuorganisation

Vorstandspräsident Thomas Geiser äussert sich zur Neuorganisation der Solothurner Filmtage. Die Nachfolge ist noch nicht bestimmt. Die nächste Ausgabe wird aber noch interimistisch geplant.

Fränzi Zwahlen
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Thomas Geiser, Präsident der Solothurner Filmtage

Thomas Geiser, Präsident der Solothurner Filmtage

Andreas Kaufmann

Die Meldung machte schnell die Runde. Die Solothurner Filmtage organisieren die Festivalleitung neu. Künftig leitet eine Doppelspitze die Filmtage.

«Ein duales System ist bei Festivals nichts Neues», sagt Thomas Geiser, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft Solothurner Filmtage. «Auch das Filmfestival Locarno hat diese Organisationsstruktur. Und die Solothurner Filmtage haben mit der Leitung der Geschäftsstelle bereits auch eine gut funktionierende administrative Stelle. Allerdings wird diese mit der neuen Struktur aufgewertet und kann selbstständiger arbeiten.»

Wohl noch keine neue Leitung bis zur nächsten Ausgabe

Die Einführung dieses dualen Modells mit einer künstlerischen und einer administrativen Leitung erfolge per sofort, als Co-Leitung der Solothurner Filmtage. Veronika Roos arbeitet seit 2019 als Leiterin der Geschäftsstelle. Sie wird ab sofort und interimistisch zur administrativen Leiterin der Solothurner Filmtage. Dazu werden Marianne Wirth und David Wegmüller interimistisch die künstlerische Leitung der 57. Solothurner Filmtage übernehmen. Die beiden Stellen werden öffentlich ausgeschrieben.

Dass eine neue künstlerische Leitung schon bereits die Film-Auswahl der kommenden 57. Ausgabe der Solothurner Filmtage bestimmen wird, bezweifelt Geiser. «Ich denke, das wird zeitlich nicht reichen. Doch unser bewährtes Team mit Marianne Wirth und David Wegmüller leisten hier eine gute Arbeit.»

Die Solothurner Filmtage erleben derzeit einen Strukturwandel.

Die Solothurner Filmtage erleben derzeit einen Strukturwandel.

Hanspeter Bärtschi

Vor Hugi schon mehrere Abgänge bei den Filmtagen

Seit Juni schon wurde in Solothurn spekuliert und gemunkelt: Bei der Leitung der Solothurner Filmtage gibt es Probleme. Ein erstes Aufhorchen gab es anlässlich der Generalversammlung der Schweizerischen Gesellschaft Solothurner Filmtage.

Das Nicht-Erscheinen an der Sitzung von Festival-Direktorin Anita Hugi, seit 2019 im Amt, wurde vom damaligen Gesellschaftspräsidenten Felix Gutzwiller mit den Worten «sie ist unabkömmlich» begründet. Gutzwiller gab dann auch gleich noch seinen Präsidiumsposten nach vier Jahren an das langjährige Vorstandsmitglied Thomas Geiser ab. Mit Gutzwiller demissionierten gleich noch zwei weitere Vorstandsmitglieder der Gesellschaft.

Bundespräsident Guy Parmelin, Mitte, sowie Anita Hugi, Festivaldirektorin, links, und Felix Gutzwiller, Präsident der Filmtage-Gesellschaft, rechts, bei der Eröffnung der 56. Solothurner Filmtage, am Mittwoch, 20. Januar 2021, in Solothurn.

Bundespräsident Guy Parmelin, Mitte, sowie Anita Hugi, Festivaldirektorin, links, und Felix Gutzwiller, Präsident der Filmtage-Gesellschaft, rechts, bei der Eröffnung der 56. Solothurner Filmtage, am Mittwoch, 20. Januar 2021, in Solothurn.

Peter Schneider / KEYSTONE

Dank an Anita Hugi

Letzte Woche wurde anlässlich des Filmfestivals Locarno die Abwesenheit von Hugi wieder aufgenommen (wir berichteten). Sie sei bis zum 15. August krankgeschrieben, wurden Medienanfragen damals lapidar beantwortet.

Jetzt ist klar: Die Direktorin wird nicht in ihre Funktion bei den Filmtagen zurückkehren: «Der Vorstand dankt Anita Hugi für ihren grossen Einsatz zugunsten der Solothurner Filmtage, insbesondere für die erfolgreiche Online Edition im letzten Januar. Er wünscht ihr auf dem weiteren beruflichen Weg und privat alles Gute.»

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