Die gute Nachricht zuerst: Für Familien im Kanton Solothurn hat die Steuerbelastung seit 2009 abgenommen. Nun die schlechte Nachricht: Im Kanton Solothurn zahlen Familien vergleichsweise unglaublich viel Steuern, nur im Kanton Neuenburg und im Kanton Jura ist die Steuerbelastung ähnlich hoch.

Doch der Reihe nach. Die Migrosbank hat eine Rangliste veröffentlicht, die zeigt wo Familien viel und wo sie wenig Steuern zahlen. In einem Bericht stellt Albert Steck, Markt- und Produktanalyst der Migros Bank fest: «Gesamtschweizerisch haben Familien in den letzten Jahren stark profitiert.»

Verantworlich dafür sei das Bundesgesetz über die steuerliche Entlastung von Familien mit Kindern. Dieses sollte,  im Jahr 2011 eingeführt, mehr Steuergerechtigkeit für Familien bringen und hat das Ziel gesamtschweizerisch auch erreicht. Das zeigen die Zahlen. Doch bei näherem Betrachten offenbart sich auch Erstaunliches: Die Diskreptanz zwischen den günstigen und den teuren Kantonen ist enorm und diese Differenzen haben in den letzten Jahren zugenommen.

Nun die nackten Zahlen für Solothurn: Hat eine Familie mit zwei Kindern ein Bruttoeinkommen von 80‘000 Franken, bezahlt sie 5364 Franken Steuern. (im Jahr 2009 waren es 5787 Franken). Im Vergleich: Eine Familie in Genf zahlt bei selbem Bruttoeinkommen und bei der selben Anzahl Kinder gerade mal 348 Franken. Das ergibt eine Differenz von über 5000 Franken.

Noch deutlicher wird die Ungleichheit, wenn man von einem Bruttoeinkommen von 150 000 Franken aussgeht. In diesem Falle versteuert eine Zuger Familie 3283 Franken, während die Solothurner Familie 18‘333 Franken Steuern zahlen muss. Das ergibt eine Differenz von über 15000 Franken!

Diese Ungerechtigkeit kann laut Steck auch die Annahme der CVP-Initiative nicht lösen. «Die Differenzen würden bleiben. Aber es gäbe Verschiebungen innerhalb der Kantone, tendentiell würden die Familien entlastet», sagt Steck.

Die erwähnten Zahlen zeigen die Belastung durch Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuern.

Der Steuervergleich gilt für eine Familie mit einer erwerbstätigen Person. Viele Kantone kennen zusätzliche Steueranreize für Doppelverdiener und es bestehen teils grosse Unterschiede beim steuerlichen Abzug für die Fremdbetreuung und Ausbildung der Kinder.