Konjunktur

Solothurner Exportfirmen halten sich wacker

Die Solothurner Exportindustrie schlägt sich gut.

Die Solothurner Exportindustrie schlägt sich gut.

Im ersten Halbjahr 2016 führte die regionale Wirtschaft leicht mehr Waren aus. Dabei ist auffallend, dass die Waren-Gruppe Präzisionsinstrumente, Uhren, Bijouterie, um 3,6 Prozent zulegen konnte, obwohl die Uhrenexporte im ersten Semester landesweit um 11 Prozent gesunken sind.

Die Exporte der Solothurner Wirtschaft haben im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 1,4 Prozent leicht zugelegt. Dies zeigen die Zahlen der Eidg. Zollverwaltung, welche die Solothurner Handelskammer publiziert hat. Landesweit resultierte dagegen ein starkes Plus von 5,1 Prozent. Auf den ersten Blick sieht das Solothurner Resultat vergleichsweise schwach aus. Dabei gilt es aber einige Besonderheiten zu berücksichtigen.

Sonderfaktoren Pharma und …

So ist das Plus in der Schweiz weitestgehend auf den Schwung der Pharma- und Chemiebranche zurückzuführen. Diese konnten ihre Verkäufe ins Ausland um traumhafte 15 Prozent steigern. Das reicht aus, um insgesamt die Ausfuhren ins Positive zu drehen. Denn mit einem Anteil von 45 Prozent an den Gesamtexporten leistet die Pharma- und Chemiebranche den mit Abstand wichtigsten Beitrag.

Im Solothurnischen dagegen spielt die ansonsten boomende Pharma- und Chemiebranche mit einem Anteil von 3,6 Prozent an den gesamten Exporten nur eine untergeordnete Rolle. Unter Berücksichtigung des fehlenden Sondereffektes ist also die Exportleistung der Solothurner Wirtschaft nicht so schlecht.

…  die Uhrenindustrie

Andererseits ist auffallend, dass die mit Abstand wichtigste Solothurner Export-Warengruppe, Präzisionsinstrumente, Uhren, Bijouterie, um 3,6 Prozent zulegen konnte. Das Plus erstaunt, sind doch die Uhrenexporte im ersten Semester landesweit um 11 Prozent gesunken, wie der Verband der Schweizer Uhrenindustrie mitteilte. Das ist darauf zurückzuführen, dass in der entsprechenden Solothurner Warengruppe eben auch Präzisionsinstrumente – vor allem für die gut laufende Medizinaltechnikindustrie – enthalten sind.

Solothurner Zahlen allein für die Uhrenindustrie sind nicht erhältlich. Wie eine kürzlich durchgeführte Umfrage unter Solothurner Uhrenfirmen zeigte, leiden auch sie unter der weltweiten Flaute. Zudem ist die Entwicklung vieler Uhrenzulieferer in den Exportzahlen nicht eins zu eins beinhaltet, weil diese nicht direkt ins Ausland liefern.

Erfreulich ist, dass die Ausfuhren der Metallindustrie als drittwichtigste Exportgruppe um 4,4 Prozent solide gestiegen sind. Weiterhin schlecht läuft es der zweitwichtigsten Warengruppe «Maschinen, Apparate, Elektronik». Diese Firmen mussten einen Rückgang ihrer Exporte um 8,5 Prozent verkraften.

Asien-Nachfrage bricht ein

Bei der Entwicklung nach einzelnen geografischen Absatzmärkten gibt es keine neuen Tendenzen. Die Ausfuhren nach Europa (plus 5,1 Prozent) und Nordamerika (plus 5,5 Prozent) laufen unverändert gut. Dagegen ist offenbar die Nachfrage nach Solothurner Gütern aus Asien regelrecht eingebrochen. «Die Ausfuhren nach Asien gingen im ersten Halbjahr 2016 um 12,4 Prozent zurück», meldet Christian Hunziker, stellvertretender Direktor der Solothurner Handelskammer.

Der asiatische Absatzmarkt gebe Anlass zur Sorge, kommentiert er.

Meistgesehen

Artboard 1