Im April haben die Solothurner Exportfirmen Güter für 457 Millionen Franken ausgeführt. Dies entspricht einem Plus von 3,8 Prozent, wie die Solothurner Handelskammer auf Anfrage bekannt gab. Zum Vergleich: Landesweit betrug die Zunahme 11,5 Prozent. Die grosse Differenz rührt vorab daher, dass schweizweit die Chemie- und Pharmabranche als weitaus wichtigster Exportzweig um fast einen Viertel zulegte. Diese Branche spielt im Solothurnischen dagegen eine eher untergeordnete Rolle.

In den ersten vier Monaten resultierte im Kanton Solothurn eine Zunahme der Ausfuhren um 2,5 (Schweiz: 4,5) Prozent. Die drei grössten Exportbranchen haben sehr unterschiedlich abgeschnitten. Die wichtigste Warengruppe «Präzisionsinstrumente, Uhren, Bijouterie» legte um 5,7 Prozent zu. Das Plus erstaunt, sind doch die Uhrenexporte landesweit um 9,5 Prozent gesunken, wie der Uhrenverband ebenfalls am Dienstag mitteilte.

Das sei darauf zurückzuführen, dass in der entsprechenden Solothurner Warengruppe eben auch Präzisionsinstrumente – vor allem für die gut laufende Medtechindustrie – enthalten seien, erklärte Christian Hunziker von der Handelskammer. Die hiesige Uhrenindustrie leide sicher auch unter der weltweiten Flaute. Zudem sei die Entwicklung vieler Uhrenzulieferer in den Exportzahlen nicht eins zu eins beinhaltet, weil diese nicht direkt ins Ausland lieferten.

Die Metallindustrie konnte die Verkäufe ins Ausland um 1,9 Prozent steigern, während die Warengruppe «Maschinen, Apparate und Elektronik» einen Rückgang um 6,1 Prozent verkraften musste.

Auch geografisch gibt es grosse Unterschiede. Erfreulich sind die gestiegenen Ausfuhren nach Nordamerika (+ 6,7 %) und Europa (+ 5,5 %). Dagegen sanken die Exporte nach Asien um knapp 10 Prozent (Schweiz: + 0,3 %). «Dieser Rückgang in der erhofften Wachstumsregion gibt Anlass zur Sorge», so Hunziker. Immerhin: Insgesamt sei für Solothurn «ein positiver Trend» erkennbar.