Während die USA mit dem Rest der Welt die Klingen über Importzölle kreuzt, hat die Solothurner Exportwirtschaft im April in aller Ruhe stark zugelegt. Laut der eidgenössischen Zollverwaltung haben die Warenausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 22 Prozent zugelegt.

Dies hat laut Christian Hunziker, stellvertretender Direktor der Solothurner Handelskammer, zwei Gründe: «Zum einen haben wir die allgemein positive weltwirtschaftliche Lage.» Auf der anderen Seite habe die Exportwirtschaft seit Anfang Jahr von einem günstigen Wechselkurs zum Euro, bzw. dem schwächeren Schweizer Franken profitiert.

Am stärksten zugelegt hat die Warengruppe Maschinen, Apparate und Elektronik. Diese verzeichnete einen Anstieg von 34,7 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Bereits die letzten Monate habe diese Warengruppe starke Ergebnisse gezeigt und «scheint nach schwierigen Jahren endgültig auf den Wachstumspfad zurückgefunden zu haben». Ebenfalls stark angestiegen sind die Exporte der Metallindustrie, um 25.5 Prozent. «Dies unterstreicht den gegenwärtigen Höhenflug der Metallindustrie.»

Von den Absatzmärkten hat Übersee am stärksten zugelegt: Nordamerika mit einem Anstieg von 33,8 Prozent, Asien mit 23 Prozent.

Für die Zukunft ist Hunziker grundsätzlich optimistisch gestimmt. Es herrsche nach wie vor eine starke internationale Nachfrage. «Wir rechnen damit, dass auch die nächsten Monate stark sein werden. Gesamtwirtschaftlich, wie auch für die Exportwirtschaft.»

Trotzdem gebe es auch einige Unsicherheiten. Zum einen wäre da die Gefahr des Frankenkurses. Insbesondere wie sich die Lage in Italien entwickle, müsse genau beobachtet werden – konkret ob diese möglicherweise den Euro schwächen, ergo den Franken stärken würde.

Und dann wäre da noch die USA. «Die momentanen Importzölle auf Stahl und Aluminium betreffen die Solothurner Wirtschaft zwar kaum. Doch es ist nicht absehbar, was sonst noch kommen wird.»

Gleichzeitig haben bereits diverse Länder Gegenmassnahmen angekündigt. Dies habe noch keinen unmittelbaren Einfluss auf die Solothurner Exportwirtschaft. «Entscheidend wird sein, was folgen wird», so Hunziker. Ein Handelskrieg würde ein kleines, exportorientiertes Land wie die Schweiz besonders stark treffen.