Immerhin. Im Vergleich zu 2016 haben sich die Exporte aus dem Kanton Solothurn im bisherigen Jahresverlauf besser entwickelt. Während 2016 die Ausfuhren um 0,9 Prozent zurückgingen, sind diese nun in den ersten vier Monaten 2017 um 1,1 Prozent gestiegen, wie Christian Hunziker, Ökonom bei der Solothurner Handelskammer, meldet.

Allerdings ähnelt die Entwicklung einer Berg-und-Tal-Fahrt. «Die einzelnen Monatsergebnisse fielen sehr unterschiedlich aus», sagt Hunziker. Nach einem starken Ergebnis im Januar mit einem Plus von fast 7 Prozent stagnierten die Exporte im Februar. Im März wuchsen die Ausfuhren um 11 Prozent und im April dann sanken sie um fast 13 Prozent. Für die grossen Schwankungen gibt es einen Hauptgrund.

Da die Osterfeiertage 2016 auf den März und 2017 aber auf den April fielen, schwankt auch die Zahl der Arbeitstage entsprechend. Ebenso unterschiedlich haben sich die Branchen entwickelt. So expandierte die Metallindustrie um 11,5 Prozent, die Präzisions- und Uhrenindustrie um 4 Prozent. Dagegen sanken die Ausfuhren der Warengruppe «Maschinen, Apparate, Elektronik» deutlich um fast 9 Prozent.

Über alles gesehen steht aber fest: Der Solothurner Exportmotor dreht langsamer als jener der Schweiz. Landesweit sind die Verkäufe ins Ausland in den Monaten Januar bis April nämlich um 2,4 Prozent gewachsen. Der wichtigste Grund dafür liegt in der Branchenstruktur. Die Pharma- und Chemiebranche ist der Wachstumstreiber par excellence; sie liefert knapp 47 Prozent an die Schweizer Gesamtausfuhren. Im Kanton Solothurn spielt die Boombranche dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Ihr Anteil an den Exporten beträgt bloss 3,5 Prozent.

Exportschwäche seit 20 Jahren

Damit lässt sich unter anderem auch erklären, warum die Solothurner Exportindustrie in einer lang anhaltenden Wachstumskrise steckt. Hunziker hat dazu die Entwicklung über die vergangenen 20 Jahre aufgearbeitet. Demnach sind die Solothurner Warenausfuhren seit 1996 nur um 4,4 Prozent gewachsen, landesweit haben sie sich aber mehr als verdoppelt.

Wachstumslokomotive auf nationaler Ebene war eben die Pharma- und Chemiebranche. Hinzu sei es zu einem gewaltigen Strukturwandel gekommen. So leistet beispielsweise die Papierindustrie nach der Schliessung der «Papieri» nur noch einen kleinen Anteil an die Ausfuhren. Hinzu kommt, dass die Leistung der überdurchschnittlich vielen ansässigen Zulieferer in der Exportstatistik nicht direkt abgebildet ist, obwohl die Teile letztlich doch im Ausland eingesetzt werden. Sie liefern oft nicht direkt ins Ausland, sondern vermehrt an Kunden in anderen Kantonen.