CBM Christoffel Blindenmission

Solothurner ermöglichen mit Spenden rund 2800 Operationen am Grauen Star

Der Graue Star wäre korrigierbar, ein Routineeingriff kostet vor Ort umgerechnet nur 50 Franken. Dies ist für viele aber zu teuer.

Der Graue Star wäre korrigierbar, ein Routineeingriff kostet vor Ort umgerechnet nur 50 Franken. Dies ist für viele aber zu teuer.

Die Solothurnerinnen und Solothurner zeigen Herz für blinde und augenkranke Menschen in Armutsgebieten. Im vergangenen Jahr spendeten sie 138’587 Franken an die CBM Christoffel Blindenmission, was 2’772 Operationen am Grauen Star entspricht.

Die Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Solothurn vertrauten der CBM Christoffel Blindenmission im Jahr 2019 138’587 Franken an. Dieser Betrag kann 2’772 Operationen am Grauen Star gleichgesetzt werden, die komplett und teilweise erblindeten Menschen in Armutsgebieten die Sehkraft zurückgebracht haben. Beim Grauen Star trübt sich die Augenlinse immer mehr ein, bis die betroffene Person schliesslich erblindet.

Von den weltweit rund 36 Millionen blinden Menschen ist mehr als jede dritte Person am Grauen Star erblindet. Dies obwohl der Graue Star korrigierbar wäre: Die trübe Augenlinse kann entfernt und durch eine künstliche ersetzt werden, sodass die betroffene Person wieder klar sieht. Dieser Routineeingriff kostet vor Ort umgerechnet nur 50 Franken. Für in Armut lebende Familien sind diese Kosten dennoch viel zu hoch. In der Regel übersteigen auch bereits die Kosten für eine medizinische Abklärung ihre finanziellen Mittel.

Durch Spenden ermöglichte die internationale CBM-Föderation im letzten Jahr 589’063 Graue-Star-Operationen. Die erste durch die CBM geförderte Operation am Grauen Star fand 1966 statt. Seither haben die Spenderinnen und Spender der CBM 15 Millionen Eingriffe am Grauen Star ermöglicht. In den CBM-Projekten wurden 2019 insgesamt 9,2 Millionen Menschen augenmedizinisch untersucht.

Neue Sehkraft, neue Zukunft

Auch der 13-jährige Navraj erhielt Hilfe von der CBM. Navraj lebt mit Down Syndrom und wohnt in einem Waisenheim in einem Vorort von Bhopal im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh. Er sah immer weniger, zog sich zurück und war oft traurig. Bei einer Reihenuntersuchung in seinem Wohnort entdeckte ihn das mobile Team der CBMgeförderten Klinik Sewa Sadan und diagnostizierte den Grauen Star. Unverzüglich wurde Navraj an die Klinik überwiesen, wo er am rechten Auge operiert wurde. Nach dem Abheilen folgte einige Wochen später der Eingriff am anderen Auge. Auch dieser Eingriff verlief problemlos, endlich konnte Navraj wieder richtig sehen.

Der 13-jährige Navraj ist vom Grauen Star befreit worden.

Der 13-jährige Navraj ist vom Grauen Star befreit worden.

Bereits nach der ersten Operation kehrte bei ihm das Lachen zurück. Seine Betreuerin freute sich mit ihm: «Vorher war er still und ängstlich. Jetzt lächelt Navraj ständig und redet mit den anderen Kindern. Er bastelt ohne Pause und hält sich die Dinge nicht mehr dicht vor Augen. Durch die Augenoperation ist sein Leben um ein Vielfaches leichter geworden.»

Vor allem infolge der Armut und des Mangels an medizinischen Fachpersonen haben in Armutsgebieten viele Menschen keinen Zugang zu Gesundheitsdiensten. Wer mit einer  Behinderung lebt, steht vor zusätzlichen Barrieren. Neben der Ausbildung von einheimischen Fachpersonen fördert die CBM deshalb die Zugänglichkeit von Gesundheitsposten, mobilen Teams und Kliniken. So wird in der Punktschrift Braille, Bildern, Gebärden- und Leichter Sprache informiert. Verbesserungen wie Rampen oder Geländer werden vorgenommen, sowie Mitarbeitende geschult, auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen einzugehen. Dadurch verhilft die CBM zu einer Gesundheitsversorgung für alle – ob mit oder ohne Behinderung. (mgt)

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