Heinz S., der 1994 im Kanton Solothurn einen Doppelmord begangen hatte, stand nach dem Absitzen seiner lebenslangen Strafe schon 2009 vor der bedingten Entlassung. Das solothurnische Departement des Innern verweigerte dies jedoch.

Erst im Juli 2011 wurde der Mann bedingt entlassen. Es habe keine Hinweise auf neuerliche Gewaltdelinquenz oder einen Anlass gegeben, von den Empfehlungen von Experten abzuweichen, schreibt die Solothurner Regierung in ihrer am Freitag veröffentlichten Antwort auf eine SVP-Interpellation. Bei einer lebenslangen Strafe sei die bedingte Entlassung nach 15 Jahren Normalfall.

Solothurner Regierung verteidigt Entlassung von Doppelmörder

Solothurner Regierung verteidigt Entlassung von Doppelmörder – der Beitrag von TeleM1

Die bedingte Entlassung sei damals ein rechtskonformer Entscheid gewesen. Sowohl die psychiatrischen Einschätzungen als auch die Fachkommission hätten gestützt auf das Verhalten des Mannes eine Entlassung empfohlen.

Die Voraussetzungen für einen Antrag auf eine nachträgliche Verwahrung seien beim Entlassungszeitpunkt nicht erfüllt gewesen, schreibt die Regierung weiter. Bei der Verurteilung des Mannes sei zudem eine lebenslange Verwahrung rechtlich nicht möglich gewesen, da die Verwahrungsinitiative erst später vom Volk angenommen wurde.

Der heute 61-jährige Mann hatte bei seiner ersten Bluttat in Hägendorf seine 27-jährige Ex-Freundin und deren 30-jährigen Bruder mit mehreren Schüssen aus einem Sturmgewehr umgebracht.

Am 12. November letzten Jahres erstach er mutmasslich in Frenkendorf BL eine 64-jährige Frau. Auch sie war seine Ex-Freundin. Die Ermittlungen zu diesem Tötungsdelikt sind noch nicht abgeschlossen. (sda/szr)

Doppelmörder ersticht Ex-Freundin

TeleM1-Berichterstattung zum Mord in Frenkendorf