Was genau war Ihre Aufgabe in Sotschi?

Robert Hürlimann*: Ich bin Teamcoach der Adelbodner Curlingmannschaft. Die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Sotschi sicherten wir uns mit den Resultaten aus der Vorsaison.

Sportlich gesehen lief ja nicht alles nach Wunsch.

Wir hatten bereits vor dem Russland-Spiel Niederlagen zu verkraften. Da es sich bei den ersten vier Spielen aber allesamt gegen Mitfavoriten um den Titel handelte, war dies nicht so schlimm. Das Spiel gegen Russland hätten wir aber unbedingt gewinnen sollen, um Chancen auf den Halbfinal zu haben.

Wie war die Stimmung in Sotschi unter den Athleten und dem Publikum? Im Vorfeld hörte man ja so einiges.

Die Stimmung unter den Athleten war sehr gut. Alles war bestens organisiert, da kann ich nichts bemängeln. Die Unterkunft, das Essen, die Sicherheit – alles war ohne Makel. Das muss man sagen, auch wenn im Vorfeld sicher nicht alles optimal lief. Das russische Publikum war sehr euphorisch für das eigene Team. Allerdings waren die Leute keine grossen Curlingkenner. Da wurde schon mal zum falschen Zeitpunkt applaudiert. Das ist bei Weltmeisterschaften, beispielsweise in Kanada, ganz anders. Da merkt man: Das Publikum kennt sich aus. Sehr zuvorkommend und hilfsbereit waren die einheimischen Volunteers, die hin und wieder sogar ein Wort Deutsch sprachen.

Wo waren Sie untergebracht?

Unsere Unterkunft lag rund 10 Minuten von der Curlinghalle entfernt, also sehr nahe. Alle Eissportarten waren beisammen. Im Fall der Schweizer waren das die Damen und Herren der Eishockeyteams und die beiden Curlingmannschaften.

Wie erlebten Sie Russland, das Land und seine Bevölkerung? Haben Sie etwas mehr als das olympische Dorf gesehen?

Wir waren sehr abgeschottet und haben eigentlich von der Umgebung nicht viel mitbekommen. Ausser einmal, als wir mit dem Bus zu einem Skirennen gefahren wurden. Wir kannten Sotschi aber schon ein bisschen, weil wir im vergangenen Sommer drei Tage dort waren und uns alles anschauen konnten.

Was bleibt Ihnen aus Sotschi als unvergessliche Erinnerung im Gedächtnis?

Sicher sind es die riesigen Bauten, die da für 14 Tage Olympische Winterspiele aus dem Boden gestampft wurden. Gigantisch und pompös. Besonders eindrücklich war auch die
Eröffnungsfeier, bei der wir mit dabei waren.

Waren dies Ihre ersten Olympischen Spiele?

Nein. 1992 waren wir die Gewinner des Männer-Curlingturniers in Albertville, aber da war Curling erst Demonstrationssportart. Und jetzt war ich in Sotschi wieder mit dabei, eben als Betreuer.

*Robert Hürlimann ist 1967 geboren und in Solothurn aufgewachsen. Sein grösster Erfolg war der Gewinn des Demonstrationswettbewerbs bei den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville. Er arbeitet als Teamleiter bei einer Telekom-Infrastruktur-Installationsfirma.