Schweizer Meisterschaft

Solothurner Brass Bands freuen sich darauf, Wettbewerbsgeist zu spüren

Die Brass-Band-Musik lebt.

Die Brass-Band-Musik lebt.

Der Schweizerische Brass-Band-Wettbewerb von Ende November in Montreux verzeichnet Rekordbeteiligung. Auch einige regionale Bands sind dabei.

Diese jährlich ausgetragene Schweizer Meisterschaft in Montreux, wie sie auch genannt wird, findet am 25. und 26. November nun zum 43. Mal statt. Das Interesse ist seit je her gross. In letzter Zeit hat es kontinuierlich zugenommen und heuer erreicht die Teilnehmerzahl mit 67 einen Rekord.

Darunter sind Bands oder Vereine aus der Region, die schon mehrfach dabei waren: Wie die «Konkordia» Aedermannsdorf (2. Klasse), die Brass Band Solothurn (3. Klasse.) und die Oberaargauer Brass Band (Höchstklasse), aber auch neue Formationen wie die Jugend Brass Band Schwarzbubenland (3. Klasse) treten an.

«Agfrässnigi» Schwarzbuben

Was für ein Gegensatz: Dort die Musikvereine, die ums Überleben kämpfen, und hier jene, die vollen Einsatz geben, um in Montreux dabei sein zu können. So wie die Musikgesellschaft Oberwil bei Büren (3. Klasse), die zum ersten Mal in ihrer 145-jährigen Geschichte teilnehmen wird. «Wir haben immer wieder davon gesprochen und in diesem Jahr passt es endlich», erklärt Vereinspräsident Martin Kurth. «Vielleicht bleibt es bei diesem einen Mal und wir gehen auch ohne grosse Ambitionen an den Wettbewerb, aber dafür mit viel Freude.»

Neben Vereinen mit langer Geschichte treten regelmässig Bands an, die das Mitmachen als Projekt mit offenem Ausgang ansehen. Eine davon ist die neu gegründete Jugend Brass Band Schwarzbubenland. Die Initiative komme von zwei «ganz agfrässnige» Brassern, berichtet Martin Schaad; er ist langjähriger Lehrer an der Musikschule Laufenthal-Thierstein und wird die Band in Montreux dirigieren.

Ob und wie es nachher weitergeht, sei offen. «Und für mich sekundär», wie er betont. «Die Hauptsache ist, die Jugendlichen packen zusammen etwas an und ziehen es mit Begeisterung durch. Musikalisch bringt es sie auf jeden Fall weiter.» Ein Weiterbestehen ist aus Sicht von Schaad aber nicht unrealistisch, denn die Blasmusikszene im Schwarzbubenland und dem Baselland sei recht lebendig. «Die langjährige gute Zusammenarbeit von Musikschulen und Vereinen macht es möglich.»

Man spürt Wettbewerbsgeist

Woher kommt die Begeisterung für diesen Wettbewerb in Montreux, durchgeführt vom Schweizerischen Brass Band Verband? Dessen Präsidentin Ariane Brun sagt: «Es liegt aus meiner Sicht hauptsächlich an zwei Faktoren. Da ist zum einen der Klang der Brassband. Hat man einmal daran Gefallen gefunden, dann bleibt man dabei, strahlt auch Begeisterung dafür aus und will möglichst viel spielen. In Montreux findet man sich unter Gleichgesinnten wieder. Da herrscht eine Stimmung voller Begeisterung und Spannung, man spürt Wettbewerbsgeist. Wer diese Stimmung einmal mitgemacht hat, will sie immer wieder erleben.»

Besteht dabei aber nicht die Gefahr, dass es mehr um Wettbewerb statt um Musik geht? «Das kann man nicht ganz abstreiten, ja», antwortet Ariane Brun. «Aber Tatsache ist: Die Brassbands haben mit diesem Wettbewerb jedes Jahr von Neuem ein Ziel vor Augen und arbeiten an der Qualität. In der Schweiz wird auf sehr hohem Niveau musiziert, die Brassbands haben viel dazu beigetragen.»

Es komme nicht von ungefähr, dass Schweizer Brass Bands in Europa zu den besten zählen. In der Tat: 2014 wurde die Brass Band Bürgermusik Luzern Europameisterin. Die Valaisia Brass Band holte 2017 den Vizemeistertitel und noch den Sieg am 165. British Open, dem bedeutendsten Wettbewerb in Grossbritannien, dem Mutterland der Brass Bands.

Die Oberaargauer Brass Band tritt seit ihrer Gründung im Jahr 1981 regelmässig beim Wettbewerb in Montreux an, die «Konkordia» Aedermannsdorf und die Brass Band Solothurn nehmen in mehr oder weniger grossen Abständen teil. Nicht immer lief es den Vereinen wunschgemäss. Doch nie war das ein Grund, aufzugeben. Das verdient grossen Respekt, erst recht in Anbetracht der Tatsache, dass die Anforderungen stetig steigen. Wenn also die Musikantinnen, Musikanten und Dirigenten sagen «mitmachen kommt vor dem Rang», dann glaubt man es ihnen auch.

Meistgesehen

Artboard 1